Kulturgut
Mich erreichte soeben eine Mail, in der es heisst:
"Ich wende mich an Sie, weil ich gern Ihr Archivalia-Weblog lese und
sonst nicht weiß, wer mir diese Frage beantworten würde. Es würde
meiner persönlichen Einstellung zuwiderlaufen, wenn eine Privatperson Kirchenbücher erwerben kann, die in ein öffentlich zugängliches Archiv gehören. Es soll sich um die Gemeinde Häringen (Hessen) handeln.
Die Auktion findet sich hier:
Link"
Die Auktion endet schon in 3 Stunden, derzeit sind 105 Euro für das Kirchenbuch, von dem man nur die Datierung 1806 und die Tatsache erfährt, dass Sterbe- und Geburtsfälle eingetragen wurden. Das Buch wird nur persönlich in Uhldingen-Mühlhofen übergeben.
Eine Gemeinde Häringen gibt es nicht, es könnte sich aber um Heringen (Werra) handeln.
Was tun? Für einen Anruf beim Landeskirchlichen Archiv der Ev. Kirche in Kurhessen-Waldeck ist es zu spät und unter der auf der Website angegebenen Nummer Tel.: (0561) 78876 - 0 meldet sich die Firma Siemens.
Wie ist die Rechtslage? Archivgut kann sehr wohl rechtmäßig im Eigentum von Privatleuten stehen, auch wenn es irgendwann widerrechtlich der Kirchengemeinde entwendet wurde. Die bürherlichrechtliche Eigentumsordnung ist in diesem Punkt höchst unbefriedigend, Spezialisten seien an den Hamburger Stadtsiegel-Fall erinnert.
Denkmalschutzrechtliche oder andere Schutzvorschriften greifen hier leider nicht. Man darf genuines Archivgut verticken, wenn man der rechtmäßige private Eigentümer ist. Kirchengemeinden dürfen das natürlich nicht so ohne weiteres, da könnte die Landeskirche wohl einschreiten.
WENN ich das Buch nun selbst versuche zu ersteigern und es ist gestohlen, wäre ich schon aufgrund dieses Eintrags kein gutgläubiger Erwerber mehr. Ich müsste schauen, ob mir jemand meine Kosten freiwillig ersetzt. Auch wenn es rechtmäßiges Eigentum ist, müsste ich nach Uhldingen fahren oder jemand beauftragen, der das für mich tut und könnte dann potentielle Interessenten (Landeskirchliches Archiv, Kreisarchiv, Staatsarchiv usw.) anbetteln, ob mir jemand meine Auslagen ersetzt. Oder ich könnte es einem Archiv schenken mit dem schönen Gefühl, dass ich wenigstens für den Wert des Stückes eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung einheimsen könnte. Die Uhr tickt ..., die Information kam einfach zu spät ...
Ist das womöglich ein unzulässiger Artikel bei Ebay? Von Diebesware steht dort nichts, das Gespräch mit dem Telefonsupport kostet 0,59 Euro/Minute (noch eine Viertelstunde erreichbar). Mein Sicherheitsmerkmal als Mitglied habe ich nicht rausgesucht, es muss doch möglich sein, auch als Nichtmitglied Verstöße telefonisch zu melden. In der Warteschleife ertönt ein Ebay-Lied ...
Noch 2 Stunden 32 Minuten ...immer noch nur 1 Bieter ...
Dudeldudel, das ist wohl der "Ausnahmefall", dass man in eine "kurze" Warteschleife (12 Cent/Minute) gerät ...
Soll man dieses englische Ebaylied eigentlich auswendig lernen? Es wird immer wieder wiederholt. Ich warte 8 Minuten und höre es das dritte oder vierte Mal.
Genug! Ich lege auf, da die Chance onehin minimal ist, dass der Support versteht, worum es geht bzw. bereit ist, die Auktion zu stoppen.
Ob die kirchlichen Archive eine Chance hätten, bei Ebay die grundsätzliche Herausnahme von Kirchenbüchern zu erreichen? Ich denke nicht.
Was kann man nur tun?
Lauthals lamentieren, während die Uhr tickt?
Sich über unfähige Archive aufregen, die nicht in der Lage sind, eine flächendeckende kooperative Beobachtung von Ebay-Angeboten auf die Beine zu stellen? Auch bei Angeboten von Handschriften oder Archivalien in traditionellen Auktions- und Antiquariatskatalogen ist es reiner Zufall, ob ein "zuständiges" Archiv etwas davon erfährt.
Noch 2 Stunden 21 Minuten ...
Vielleicht handelt es sich um ein Kirchenbuch-Duplikat und ich bleibe auf dem Ding sitzen, wenn ich nun mitbiete?
Vielleicht stammt es gar nicht aus Heringen, sondern irgendwo aus den Ostgebieten, für die sich niemand zuständig glaubt?
Eigentlich will ich weg und kann jetzt nicht mehr die Auktion verfolgen.
Biete ich oder biete ich nicht?
Rette ich deutsches Kulturgut mit heldenhafter Eigeninitiative, die mir womöglich niemand dankt, oder vertraue ich darauf, dass dieser Eintrag und eine Mail ans Kasseler landeskirchliche Archiv und ans Staatsarchiv Marburg schon alles ins Lot bringen wird und irgendwann ein oben angedachtes kooperatives Beobachtungssystem für Archive solche Probleme lösen wird?
"Schönes altes Kirchenbuch,wirklich einmalig.!!!"
"Tolles Buch in dem Sterbe und Geburtsfälle einer Gemeinde niedergeschrieben wurden.Auch Spenden usw.wurden festgehalten.Toller Originaleinband,mit Lederschlaufen zum Zubinden.Absolute Rarität.!!!!Schöne alte Handschriften!!!"
Gibt es irgendeine ethische Vorschrift, die mich als Archivar auch als Privatmann verpflichtet, auch nur einen Cent auzugeben, um archivalisches Kulturgut in Privathand in das Eigentum eines öffentlichen Archivs übergehen zu lassen?
... Noch 2 Stunden ...
Wenn ich nicht über diesem Eintrag brüten würde, hätte schon längst jemand, der dies liest, mutiger als ich sein können und sagen: achwas, sch*** auf die gut 100 Euro, das Risiko ist es wert? Aber wenn der Bieter einen noch höheren Betrag aktiviert hat? Sollte man sicherheitshalber 120 Euro oder so bieten?
Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ein good guy, der die Interessen der Öffentlichkeit, ausgerechnet jetzt ARCHIVALIA liest und spontan das Gute tut? Genausogut kann ja auch ein bad guy, ein gieriger Händler oder cleverer Ebayverkäufer (so wie mutmaßlich der einzige Bieter), zugreifen und dann ist das Buch womöglich unauffindbar in Privathand verschwunden.
Eine genealogische Mailingliste zu alarmieren - dafür ist es auch zu spät. Angeblich kam die Information ja von der "Oberschlesien-Mailingliste", da hätten ja nun schon genügend Leute darauf reagieren können. Aber was geht die Oberschlesier Heringen an der Werra an?
Was geht mich Heringen an der Werra an? Ich bin weder Genealoge noch habe ich von dieser Kleinstadt schon zuvor etwas gehört.
... 1 Stunde 54 Minuten ...
... 1 Stunde 53 Minuten ...
Dem Verkäufer eine Frage stellen. Keine Ahnung, ob der so rasch reagiert. Eher unwahrscheinlich. Und wenn, dann hätte ich das schon vor einer Stunde tun können.
... 1 Stunde 47 Minuten ...
Unsere bisherigen Ebay-Einträge https://archiv.twoday.net/search?q=ebay sind eher deprimierend. Allerdings gabs auch einen bescheidenen Erfolg:
https://archiv.twoday.net/stories/85159/#90547
Hilft das wirklich weiter? Hier geht es um ein Stück, das gar nicht hinreichend genau identifizierbar ist. Es fehlen alle nötigen Informationen, diese sind in der Kürze der Zeit gar nicht mehr beizubringen.
Was spricht dagegen, dass sich die "zuständigen Stellen" mit dem Käufer des Buchs in Verbindung setzen und dann in aller Ruhe klären, ob das etwas für ein öffentliches Archiv ist?
... 1 Stunde 42 Minuten ...
Der Hund wird unruhig. Ich werde meine Siebensachen packen und das einmalige Kirchenbuch seinem ungewissen Schicksal überlassen. Falls ich noch etwas davon erfahre, werde ich es die verehrte Leserschaft wissen lassen.
Update: Gerade ging eine Weiterleitung von Mails aus der Oberschlesien-Mailingliste ein. Am wichtigsten:
Wir haben inzwischen die Kirchenarchivoberrätin der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck angerufen und sie über den Fund informiert. Sie teilte uns
mit, dass sie davon bereit seit einigen Tagen weiß und sich um die Sache
kümmern würde.
Die Pfarrer der Gemeinde in Heringen waren leider nicht persönlich zu
erreichen.
"Ich wende mich an Sie, weil ich gern Ihr Archivalia-Weblog lese und
sonst nicht weiß, wer mir diese Frage beantworten würde. Es würde
meiner persönlichen Einstellung zuwiderlaufen, wenn eine Privatperson Kirchenbücher erwerben kann, die in ein öffentlich zugängliches Archiv gehören. Es soll sich um die Gemeinde Häringen (Hessen) handeln.
Die Auktion findet sich hier:
Link"
Die Auktion endet schon in 3 Stunden, derzeit sind 105 Euro für das Kirchenbuch, von dem man nur die Datierung 1806 und die Tatsache erfährt, dass Sterbe- und Geburtsfälle eingetragen wurden. Das Buch wird nur persönlich in Uhldingen-Mühlhofen übergeben.
Eine Gemeinde Häringen gibt es nicht, es könnte sich aber um Heringen (Werra) handeln.
Was tun? Für einen Anruf beim Landeskirchlichen Archiv der Ev. Kirche in Kurhessen-Waldeck ist es zu spät und unter der auf der Website angegebenen Nummer Tel.: (0561) 78876 - 0 meldet sich die Firma Siemens.
Wie ist die Rechtslage? Archivgut kann sehr wohl rechtmäßig im Eigentum von Privatleuten stehen, auch wenn es irgendwann widerrechtlich der Kirchengemeinde entwendet wurde. Die bürherlichrechtliche Eigentumsordnung ist in diesem Punkt höchst unbefriedigend, Spezialisten seien an den Hamburger Stadtsiegel-Fall erinnert.
Denkmalschutzrechtliche oder andere Schutzvorschriften greifen hier leider nicht. Man darf genuines Archivgut verticken, wenn man der rechtmäßige private Eigentümer ist. Kirchengemeinden dürfen das natürlich nicht so ohne weiteres, da könnte die Landeskirche wohl einschreiten.
WENN ich das Buch nun selbst versuche zu ersteigern und es ist gestohlen, wäre ich schon aufgrund dieses Eintrags kein gutgläubiger Erwerber mehr. Ich müsste schauen, ob mir jemand meine Kosten freiwillig ersetzt. Auch wenn es rechtmäßiges Eigentum ist, müsste ich nach Uhldingen fahren oder jemand beauftragen, der das für mich tut und könnte dann potentielle Interessenten (Landeskirchliches Archiv, Kreisarchiv, Staatsarchiv usw.) anbetteln, ob mir jemand meine Auslagen ersetzt. Oder ich könnte es einem Archiv schenken mit dem schönen Gefühl, dass ich wenigstens für den Wert des Stückes eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung einheimsen könnte. Die Uhr tickt ..., die Information kam einfach zu spät ...
Ist das womöglich ein unzulässiger Artikel bei Ebay? Von Diebesware steht dort nichts, das Gespräch mit dem Telefonsupport kostet 0,59 Euro/Minute (noch eine Viertelstunde erreichbar). Mein Sicherheitsmerkmal als Mitglied habe ich nicht rausgesucht, es muss doch möglich sein, auch als Nichtmitglied Verstöße telefonisch zu melden. In der Warteschleife ertönt ein Ebay-Lied ...
Noch 2 Stunden 32 Minuten ...immer noch nur 1 Bieter ...
Dudeldudel, das ist wohl der "Ausnahmefall", dass man in eine "kurze" Warteschleife (12 Cent/Minute) gerät ...
Soll man dieses englische Ebaylied eigentlich auswendig lernen? Es wird immer wieder wiederholt. Ich warte 8 Minuten und höre es das dritte oder vierte Mal.
Genug! Ich lege auf, da die Chance onehin minimal ist, dass der Support versteht, worum es geht bzw. bereit ist, die Auktion zu stoppen.
Ob die kirchlichen Archive eine Chance hätten, bei Ebay die grundsätzliche Herausnahme von Kirchenbüchern zu erreichen? Ich denke nicht.
Was kann man nur tun?
Lauthals lamentieren, während die Uhr tickt?
Sich über unfähige Archive aufregen, die nicht in der Lage sind, eine flächendeckende kooperative Beobachtung von Ebay-Angeboten auf die Beine zu stellen? Auch bei Angeboten von Handschriften oder Archivalien in traditionellen Auktions- und Antiquariatskatalogen ist es reiner Zufall, ob ein "zuständiges" Archiv etwas davon erfährt.
Noch 2 Stunden 21 Minuten ...
Vielleicht handelt es sich um ein Kirchenbuch-Duplikat und ich bleibe auf dem Ding sitzen, wenn ich nun mitbiete?
Vielleicht stammt es gar nicht aus Heringen, sondern irgendwo aus den Ostgebieten, für die sich niemand zuständig glaubt?
Eigentlich will ich weg und kann jetzt nicht mehr die Auktion verfolgen.
Biete ich oder biete ich nicht?
Rette ich deutsches Kulturgut mit heldenhafter Eigeninitiative, die mir womöglich niemand dankt, oder vertraue ich darauf, dass dieser Eintrag und eine Mail ans Kasseler landeskirchliche Archiv und ans Staatsarchiv Marburg schon alles ins Lot bringen wird und irgendwann ein oben angedachtes kooperatives Beobachtungssystem für Archive solche Probleme lösen wird?
"Schönes altes Kirchenbuch,wirklich einmalig.!!!"
"Tolles Buch in dem Sterbe und Geburtsfälle einer Gemeinde niedergeschrieben wurden.Auch Spenden usw.wurden festgehalten.Toller Originaleinband,mit Lederschlaufen zum Zubinden.Absolute Rarität.!!!!Schöne alte Handschriften!!!"
Gibt es irgendeine ethische Vorschrift, die mich als Archivar auch als Privatmann verpflichtet, auch nur einen Cent auzugeben, um archivalisches Kulturgut in Privathand in das Eigentum eines öffentlichen Archivs übergehen zu lassen?
... Noch 2 Stunden ...
Wenn ich nicht über diesem Eintrag brüten würde, hätte schon längst jemand, der dies liest, mutiger als ich sein können und sagen: achwas, sch*** auf die gut 100 Euro, das Risiko ist es wert? Aber wenn der Bieter einen noch höheren Betrag aktiviert hat? Sollte man sicherheitshalber 120 Euro oder so bieten?
Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ein good guy, der die Interessen der Öffentlichkeit, ausgerechnet jetzt ARCHIVALIA liest und spontan das Gute tut? Genausogut kann ja auch ein bad guy, ein gieriger Händler oder cleverer Ebayverkäufer (so wie mutmaßlich der einzige Bieter), zugreifen und dann ist das Buch womöglich unauffindbar in Privathand verschwunden.
Eine genealogische Mailingliste zu alarmieren - dafür ist es auch zu spät. Angeblich kam die Information ja von der "Oberschlesien-Mailingliste", da hätten ja nun schon genügend Leute darauf reagieren können. Aber was geht die Oberschlesier Heringen an der Werra an?
Was geht mich Heringen an der Werra an? Ich bin weder Genealoge noch habe ich von dieser Kleinstadt schon zuvor etwas gehört.
... 1 Stunde 54 Minuten ...
... 1 Stunde 53 Minuten ...
Dem Verkäufer eine Frage stellen. Keine Ahnung, ob der so rasch reagiert. Eher unwahrscheinlich. Und wenn, dann hätte ich das schon vor einer Stunde tun können.
... 1 Stunde 47 Minuten ...
Unsere bisherigen Ebay-Einträge https://archiv.twoday.net/search?q=ebay sind eher deprimierend. Allerdings gabs auch einen bescheidenen Erfolg:
https://archiv.twoday.net/stories/85159/#90547
Hilft das wirklich weiter? Hier geht es um ein Stück, das gar nicht hinreichend genau identifizierbar ist. Es fehlen alle nötigen Informationen, diese sind in der Kürze der Zeit gar nicht mehr beizubringen.
Was spricht dagegen, dass sich die "zuständigen Stellen" mit dem Käufer des Buchs in Verbindung setzen und dann in aller Ruhe klären, ob das etwas für ein öffentliches Archiv ist?
... 1 Stunde 42 Minuten ...
Der Hund wird unruhig. Ich werde meine Siebensachen packen und das einmalige Kirchenbuch seinem ungewissen Schicksal überlassen. Falls ich noch etwas davon erfahre, werde ich es die verehrte Leserschaft wissen lassen.
Update: Gerade ging eine Weiterleitung von Mails aus der Oberschlesien-Mailingliste ein. Am wichtigsten:
Wir haben inzwischen die Kirchenarchivoberrätin der Evangelischen Kirche von
Kurhessen-Waldeck angerufen und sie über den Fund informiert. Sie teilte uns
mit, dass sie davon bereit seit einigen Tagen weiß und sich um die Sache
kümmern würde.
Die Pfarrer der Gemeinde in Heringen waren leider nicht persönlich zu
erreichen.
Zu https://archiv.twoday.net/stories/1091758
Am 9. Mai kam bei Hartung und Hartung der zweite Teil der Adelsbibliothek von Fechenbach (untergebracht in Laudenbach) unter den Hammer. Die Suchfunktion auf den Webseiten listet zu "Fechenbach" 241 Treffer auf.
Auszüge aus dem Katalog:
1. Handschriften
11 Fechenbach, F. v. Taegliche Erheiterungen für 1821. Deutsche Handschrift auf Papier. O. O. 1821. 187:235 mm. 743 Bll. Rot Ldr. d. Zt. mit ornament. Rverg., grünem Rsch., goldgepr. Bord. u. Fil. mit kl. Eckpünktchen a. d. Deckeln, Steh- u. Innenkantenverg., hellgrüne Spiegel, Goldschn. In Marmorpapier-Umschl. u. -Schuber.
Schätzpreis: (400,- €)
Einträge zu jedem Tag des Jahres mit histor. Nachrichten aus der ganzen Welt und Erinnerungen an wichtige Gedenktage, mit Sinnsprüchen, Anekdoten, Zitaten, Dialogen, z. B. 23. Januar "1806. Gestorben William Pitt, englischer Staatsminister. Menschliche Tugend gilt mehr, als Werke der Frömigkeit. Verbrechen auf Verbrechen zu haüfen ist das einzige Mittel, die dornigte Straße des Lasters zu pflastern. In einer Gesellschaft sprach man von glücklichen Ehen. Die glücklichste aller Ehen sprach jemandt, war die Vermählung des Dogen zu Vendig mit dem Adriatischen Meere. der König. Schönes Kind! durch welchen Weg kommt man in dein Schlaf Kämerlein? das Mädchen Durch die Kirche, Ihro Majestät." Die Einträge sind unterschiedlich lang, die einzelnen Tage werden durch weiße Zwischenbll. getrennt. Sorgfältig geschrieben, vereinzelt ist die Tinte leicht durchgeschlagen, kaum fleckig, frisch. Deckel leicht berieben u. mit leichter Kratzspur.
23 (Jäger, Frz. Anton). Briefe über die hohe Rhöne Frankens, in geographisch, topographisch, physisch und historischer Hinsicht. II. Theil. Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1800. 215:183 mm. 4 Bll., 258 SS., 2 lavierte Federzeichnungen. Rot Ldr. d. Zt. mit reichster Rverg., Rtit., goldgepr. Deckelbord. mit winzigen Eckfleurons, Stehkantenverg., Goldschn.
Schätzpreis: (400,- €)
Vorlage für die 1803 in Arnstadt u. Rudolstadt in drei Teilen im Druck erschienenen Briefe über die hohe Rhön in geogr.-phys. u. histor. Hinsicht als geschichtliches Werk "für ihre Zeit durchaus nicht ohne Werth" (ADB XIII, 646, auch ausführlich zum fränkischen Historiker Jäger). Die beiden akribisch genauen Federzeichnungen von Jäger, je 115:167 mm, zeigen den Ort "Simmerichshausen am Fuße des Staffelberges" und das "ritterschaeftliche Staedtchen Tann am Fusse des Engelbergs". Äußerst sorgfältig geschrieben, frisch und sehr schön gebunden. Die auf dem Titel annoncierte spezielle Karte des Rhöngebirges ist in Tl. 1 gebunden (Vgl. H&H Auktion 112, Nr. 27). - Gest. Wappenexlibris "G:C:v.Fechenbach".
2. Drucke
2038 RECHT. - Relationes variae. Sammelband mit 10 Schriften, u. a. zur Kurpfalz. 1632-1739. 4°. Ldr. d. Zt. mit Rverg.
Schätzpreis: (200,- €)
1. De septemviratv Palatino A divo Ferdinando II... in... Principem Maximilianvm Comitem Palatinum Rheni... Dissertatio (Übertragung der pfälz. Kurwürde). 1632. 1 Bl., 126 SS. - 2. Electoratvs Bavaricvs sive Apologia Christophori Gewoldi de septemviratv adversus Anonymvm. O. O., Dr. u. J. 309 SS. (Fehlt Titelei?). - 3. Summarischer und Aus den Original Actis... gezogner gründlicher Bericht: Wie es mit denen am Keys. Hoff Anno 1641. und 42. angestelten... Tractaten, vber die Pfältzische Chur Würde vnd Lande abgangen. O. O. u. Dr. 1642. 1 Bl., 49 SS. - 4. Außschlag Eines vnpartheylichen Tertii Intervenientis... einstimmige relation, wie alles bey den jüngsten Tractaten in der Chur Pfältzischen Sachen zu Regenspurg und Wien anno 1641. vnd 1642 ergangen... O. O., Dr. u. J. 18 Bll. - 5. Kemmerich, Dieter Herm. Meditatio jvridica qva discvrsvs... de jvre haereditario avt fevdi svccessorio. Jena 1739. 55 SS. - 6. Zehner, Gg. Frdr. Discvrsvs de jvre haereditario avt fevdi-svccessorio... praes. Joh. Casp. Barthel. Würzburg 1737. 20 SS. - 7. Syllabvs consultationvm. O. O., Dr. u. J. 138 SS. (10 Abschnitte meist zum Kriegsrecht). - 8. Amnestia Britannica. Oxford 1643. 16 SS. - 9. Epistola Studiosi Oxoniensi ad mercatorem Lundinensem patruum, statum controversiae hodie - Anglicae strictim designans. 1643. 11 Bll. - 10. Copia eines nachdenklichen Schreibens... 1634 so vber deren an dem Hertzogen von Fridland vnd andern Cavallieren verübten Mordthat. O. O., Dr. u. J. 2 Bll. - 11. Mandatvm arresti sine clavsvla. Wachter contra Baßel. Speyer, Balthasar, 1646. 11 SS. - 12. In Vormundschafft-Sachen Der... Frawen Eleonoren Marien, Hertzogin zu Mechelnburg, Gebornen zu Anhalt... Wider das Schwerinische zu Regenspurg außgesprengte Memorial... 1641. 12 Bll., 184 SS. - 13. Beylagen sub numeris. Nr. I. Ferdinand der Ander... Nr. II. Ferdinand der Dritte... O. O., Dr. u. J. (1641). 84 SS. - Tls. gebräunt. Gestoch. Wappenexlibris "G:C:v.Fechenbach", Tit. mit hs. Besitzverm. "J.P.C.A. Baron de Fechenbach". Kanten u. Kap. tls. wurmstichig.
1480 EINBÄNDE. - Wappeneinbände. 2 rote Maroquinbde. um 1800 mit Rverg., goldgepr. Bord. u. Fil., goldgepr. Wappen in Ziergirlanden a. d. Vorderd., gekröntes, verschlungenes Monogr. "GC", ebenf. in Ziergirlanden, Stehkantenfil., Buntpapiervors., Goldschn. 8°.
Schätzpreis: (200,- €)
Gering fleckig, minim. berieben, Schöne Fechenbach'sche Wappeneinbände. - Inhalt: 1. Feder, Mich. Die Freunde Jesus in fünf Fasten-Predigten dargest., nebt einigen Fest-Predigten. Würzburg 1797. 94 SS., 1 Bl. - 2. Derselbe. Sylloge Psalmorum Davidicorum a Ferrichio Ragusino. Ebenda 1802. 2 Bll., 94 SS., 1 Bl. Beide mit kl. gestoch. Wappenexlibris "G:C:v.Fechenbach".
Am 9. Mai kam bei Hartung und Hartung der zweite Teil der Adelsbibliothek von Fechenbach (untergebracht in Laudenbach) unter den Hammer. Die Suchfunktion auf den Webseiten listet zu "Fechenbach" 241 Treffer auf.
Auszüge aus dem Katalog:
1. Handschriften
11 Fechenbach, F. v. Taegliche Erheiterungen für 1821. Deutsche Handschrift auf Papier. O. O. 1821. 187:235 mm. 743 Bll. Rot Ldr. d. Zt. mit ornament. Rverg., grünem Rsch., goldgepr. Bord. u. Fil. mit kl. Eckpünktchen a. d. Deckeln, Steh- u. Innenkantenverg., hellgrüne Spiegel, Goldschn. In Marmorpapier-Umschl. u. -Schuber.
Schätzpreis: (400,- €)
Einträge zu jedem Tag des Jahres mit histor. Nachrichten aus der ganzen Welt und Erinnerungen an wichtige Gedenktage, mit Sinnsprüchen, Anekdoten, Zitaten, Dialogen, z. B. 23. Januar "1806. Gestorben William Pitt, englischer Staatsminister. Menschliche Tugend gilt mehr, als Werke der Frömigkeit. Verbrechen auf Verbrechen zu haüfen ist das einzige Mittel, die dornigte Straße des Lasters zu pflastern. In einer Gesellschaft sprach man von glücklichen Ehen. Die glücklichste aller Ehen sprach jemandt, war die Vermählung des Dogen zu Vendig mit dem Adriatischen Meere. der König. Schönes Kind! durch welchen Weg kommt man in dein Schlaf Kämerlein? das Mädchen Durch die Kirche, Ihro Majestät." Die Einträge sind unterschiedlich lang, die einzelnen Tage werden durch weiße Zwischenbll. getrennt. Sorgfältig geschrieben, vereinzelt ist die Tinte leicht durchgeschlagen, kaum fleckig, frisch. Deckel leicht berieben u. mit leichter Kratzspur.
23 (Jäger, Frz. Anton). Briefe über die hohe Rhöne Frankens, in geographisch, topographisch, physisch und historischer Hinsicht. II. Theil. Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1800. 215:183 mm. 4 Bll., 258 SS., 2 lavierte Federzeichnungen. Rot Ldr. d. Zt. mit reichster Rverg., Rtit., goldgepr. Deckelbord. mit winzigen Eckfleurons, Stehkantenverg., Goldschn.
Schätzpreis: (400,- €)
Vorlage für die 1803 in Arnstadt u. Rudolstadt in drei Teilen im Druck erschienenen Briefe über die hohe Rhön in geogr.-phys. u. histor. Hinsicht als geschichtliches Werk "für ihre Zeit durchaus nicht ohne Werth" (ADB XIII, 646, auch ausführlich zum fränkischen Historiker Jäger). Die beiden akribisch genauen Federzeichnungen von Jäger, je 115:167 mm, zeigen den Ort "Simmerichshausen am Fuße des Staffelberges" und das "ritterschaeftliche Staedtchen Tann am Fusse des Engelbergs". Äußerst sorgfältig geschrieben, frisch und sehr schön gebunden. Die auf dem Titel annoncierte spezielle Karte des Rhöngebirges ist in Tl. 1 gebunden (Vgl. H&H Auktion 112, Nr. 27). - Gest. Wappenexlibris "G:C:v.Fechenbach".
2. Drucke
2038 RECHT. - Relationes variae. Sammelband mit 10 Schriften, u. a. zur Kurpfalz. 1632-1739. 4°. Ldr. d. Zt. mit Rverg.
Schätzpreis: (200,- €)
1. De septemviratv Palatino A divo Ferdinando II... in... Principem Maximilianvm Comitem Palatinum Rheni... Dissertatio (Übertragung der pfälz. Kurwürde). 1632. 1 Bl., 126 SS. - 2. Electoratvs Bavaricvs sive Apologia Christophori Gewoldi de septemviratv adversus Anonymvm. O. O., Dr. u. J. 309 SS. (Fehlt Titelei?). - 3. Summarischer und Aus den Original Actis... gezogner gründlicher Bericht: Wie es mit denen am Keys. Hoff Anno 1641. und 42. angestelten... Tractaten, vber die Pfältzische Chur Würde vnd Lande abgangen. O. O. u. Dr. 1642. 1 Bl., 49 SS. - 4. Außschlag Eines vnpartheylichen Tertii Intervenientis... einstimmige relation, wie alles bey den jüngsten Tractaten in der Chur Pfältzischen Sachen zu Regenspurg und Wien anno 1641. vnd 1642 ergangen... O. O., Dr. u. J. 18 Bll. - 5. Kemmerich, Dieter Herm. Meditatio jvridica qva discvrsvs... de jvre haereditario avt fevdi svccessorio. Jena 1739. 55 SS. - 6. Zehner, Gg. Frdr. Discvrsvs de jvre haereditario avt fevdi-svccessorio... praes. Joh. Casp. Barthel. Würzburg 1737. 20 SS. - 7. Syllabvs consultationvm. O. O., Dr. u. J. 138 SS. (10 Abschnitte meist zum Kriegsrecht). - 8. Amnestia Britannica. Oxford 1643. 16 SS. - 9. Epistola Studiosi Oxoniensi ad mercatorem Lundinensem patruum, statum controversiae hodie - Anglicae strictim designans. 1643. 11 Bll. - 10. Copia eines nachdenklichen Schreibens... 1634 so vber deren an dem Hertzogen von Fridland vnd andern Cavallieren verübten Mordthat. O. O., Dr. u. J. 2 Bll. - 11. Mandatvm arresti sine clavsvla. Wachter contra Baßel. Speyer, Balthasar, 1646. 11 SS. - 12. In Vormundschafft-Sachen Der... Frawen Eleonoren Marien, Hertzogin zu Mechelnburg, Gebornen zu Anhalt... Wider das Schwerinische zu Regenspurg außgesprengte Memorial... 1641. 12 Bll., 184 SS. - 13. Beylagen sub numeris. Nr. I. Ferdinand der Ander... Nr. II. Ferdinand der Dritte... O. O., Dr. u. J. (1641). 84 SS. - Tls. gebräunt. Gestoch. Wappenexlibris "G:C:v.Fechenbach", Tit. mit hs. Besitzverm. "J.P.C.A. Baron de Fechenbach". Kanten u. Kap. tls. wurmstichig.
1480 EINBÄNDE. - Wappeneinbände. 2 rote Maroquinbde. um 1800 mit Rverg., goldgepr. Bord. u. Fil., goldgepr. Wappen in Ziergirlanden a. d. Vorderd., gekröntes, verschlungenes Monogr. "GC", ebenf. in Ziergirlanden, Stehkantenfil., Buntpapiervors., Goldschn. 8°.
Schätzpreis: (200,- €)
Gering fleckig, minim. berieben, Schöne Fechenbach'sche Wappeneinbände. - Inhalt: 1. Feder, Mich. Die Freunde Jesus in fünf Fasten-Predigten dargest., nebt einigen Fest-Predigten. Würzburg 1797. 94 SS., 1 Bl. - 2. Derselbe. Sylloge Psalmorum Davidicorum a Ferrichio Ragusino. Ebenda 1802. 2 Bll., 94 SS., 1 Bl. Beide mit kl. gestoch. Wappenexlibris "G:C:v.Fechenbach".
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https://search.ebay.de/_W0QQsassZbabi_deQQhtZ-1
"Zur Auktion kommt eine Sammlung von seltenen und wertvollen Büchern aus einem süddeutschen Adels-Haushalt."
"Zur Auktion kommt eine Sammlung von seltenen und wertvollen Büchern aus einem süddeutschen Adels-Haushalt."
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https://cgi.ebay.de/Original-Handschrift-von-1651-Zunftbuch-der-Schuster_W0QQitemZ6632939204QQcategoryZ17136QQrdZ1QQcmdZViewItem
Zunftbuch der Schuster Heidenheim (am Hahnenkamm) 1651, derzeit geboten 111 Euro
Zunftbuch der Schuster Heidenheim (am Hahnenkamm) 1651, derzeit geboten 111 Euro
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https://eprints.rclis.org/archive/00006246/
Mein Beitrag zum Katalogband der Sigmaringer Adelsausstellung steht online als PDF zur Verfügung. Thematisiert wird vor allem die Verlustproblematik, wobei die Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek Donaueschingen (ab 1999 zerstückelt) breiten Raum einnimmt.
Mein Beitrag zum Katalogband der Sigmaringer Adelsausstellung steht online als PDF zur Verfügung. Thematisiert wird vor allem die Verlustproblematik, wobei die Fürstlich Fürstenbergische Hofbibliothek Donaueschingen (ab 1999 zerstückelt) breiten Raum einnimmt.
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https://www.listserv.dfn.de/cgi-bin/wa?A2=ind0604&L=incunabula-l&T=0&O=D&P=1524
Die kostbaren Altbestände der Bibliothek der Redemptoristenhochschule (Kloster Geistingen) in Hennef kommen derzeit bei Ebay auf den Markt.
Die kostbaren Altbestände der Bibliothek der Redemptoristenhochschule (Kloster Geistingen) in Hennef kommen derzeit bei Ebay auf den Markt.
In der Frankfurter Rundschau vom 23. März 2006 erschien ein Beitrag, der sich auf
https://archiv.twoday.net/stories/692500/
bezieht und mir erst jetzt bekannt wurde.
Fürstenhaus wirft Schätze auf den Markt ;
Finanziell klamme Büdinger Schlossherren verkaufen wertvolle Handschriften an Privatsammler / Gericht droht mit Verlagerung des Archivs
VON ANITA STRECKER (BÜDINGEN)
Zu. Verrammelt. Unzugänglich. Vor dem Tor des Büdinger Schlosses hilft auch kein "Sesam, öffne dich!" mehr. 1,1 Kilometer an historischen Dokumenten - unschätzbare Kostbarkeiten für Historiker und Heimatforscher - liegen seit fast vier Jahren verschlossen im alten Brauhaus des Schlosses, weitere 500 Meter lagern im Bandhaus aus dem 16. Jahrhundert, das vom Alter gezeichnet im Herzen Büdingens steht. Das Gedächtnis von 60 Ortschaften zwischen Büdingen und Gelnhausen, Wächtersbach, Birstein und Meerholz ist weggesperrt. 2002 hat der überschuldete Schlossherr Wolfgang Ernst zu Ysenburg und Büdingen, Generalbevollmächtigter seines ältesten Sohnes und eigentlichen Fürsten, Casimir-Alexander, den letzten hauptamtlichen Hüter des "Fürstlich und Gräflich Ysenburgischen Gesamtarchivs" aus Geldnot in den vorzeitigen Ruhestand geschickt - und das Archiv kurzerhand zugesperrt.
"Ein Skandal", sagt der Regionalhistoriker Christian Vogel aus Niddatal. Denn was ist, dürfte rein rechtlich nicht sein. Das Gesamtarchiv ist Eigentum einer 1930 gegründeten Stiftung, die als Rechtsnachfolgerin des abgeschafften Fideikommiss aus Feudalzeit Kulturgüter in Adelshand als "unveräußerlich" bewahrt und festlegt, dass das Archiv für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt.
Dass das Recht in Büdingen seit Jahren mit Füßen getreten wird, sieht nicht nur Vogel so. "Die Ysenburger Stiftung ist unser Sorgenkind", sagt Gerhard Knauf, Vorsitzender Richter des Senats Fideikommisse in Kassel, der zum Oberlandesgericht Frankfurt gehört. Als staatliche Aufsicht wacht das Gericht über die Stiftungen der hessischen Adelsfamilien, auf dass historisch wichtige Kulturgüter erhalten bleiben. "Wir haben unsere Probleme damit, dass das Archiv so lange zu ist." Seit Monaten stünden der Senat, das Ministerium für Kunst und Kultur und Wolfgang Ernst zu Ysenburg-Büdingen deswegen in Gesprächen. "Ich hoffe, dass sich das Problem alsbald gut regeln lässt." Wie, lässt Knauf offen: "Ich will die Verhandlungen nicht gefährden."
Historiker Vogel treibt noch eine andere Sorge um: Was geschlossen ist, kann nicht kontrolliert werden, und niemand weiß, welche Schätze das Archiv tatsächlich birgt. Oder: noch birgt. Es ist zwar bekannt, dass alle offiziellen Unterlagen aus Büdingen, Wächtersbach und Meerholz dort lagern. "Aber es gibt keine vollständigen Inventarlisten", beklagt auch Klaus-Dieter Rack vom Staatsarchiv in Darmstadt. Und kaum Findbücher, die bei der Spurensuche helfen könnten. "Das Fürstenhaus Ysenburg-Büdingen verscherbelt Kulturgut", schlägt der Historiker Klaus Graf vom Aachener Hochschularchiv seit Monaten schon via Internet Alarm. Tatsächlich sind erste spektakuläre Verkäufe publik geworden. Ob die Raritäten jedoch aus dem Archiv stammten oder - ganz legal - aus der Schlossbibliothek, die frei verfügbares Eigentum der Fürstenfamilie ist, darüber streiten sich die Experten.
Leider hat wurde per Gerichtsbeschluss festgestellt, dass die veräußerte Fragmentensammlung Bibliotheksgut darstellt, obwohl sie zuletzt eindeutig als Archivgut galt.
Schillerndstes Streitobjekt ist die reich bebilderte Passionsgeschichte des Franziskanertheologen Johannes von Zazenhausen von 1464, die das Hamburger Auktionshaus Jörn Günter zum unbekanntem Preis von Wolfgang Ernst in Büdingen erstand und für 635 000 Euro an einen privaten Sammler verkaufte. Das Traktat soll einst als Geschenk in das fürstliche Gesamtarchiv gelangt sein. Laut Graf hätte es somit "zweifellos" unter dem Schutz des Bundes-Kulturgutschutzgesetzes gestanden und nicht einfach verkauft werden dürfen. Jetzt ruht die einzige mit Buchmalerei versehene Handschrift im Tresor eines Privatsammlers.
"Zweifellos" hatte ich nicht behauptet. Die Beschreibung des Stücks hat es als Teil des Gesamtarchivs bezeichnet und dieses steht zweifelsohne unter dem besagten Schutz.
Sorge um Liederhandschrift
Die Historikersorgen sich auch darum, dass Teile der kostbaren Schönrainer Liederhandschrift aus der Zeit um 1330 alsbald in Privathänden landen könnten. Laut Urteil der Fideikommiss-Gerichtes stammen auch diese Liedüberlieferungen aus dem frei verkäuflichen Bibliotheksbestand. Doch die Blätter sind so rar, sagt Konrad Wiedemann, Leiter der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek Kassel, dass sie aus wissenschaftlicher Sicht kostbarer sind als eine Gutenbergbibel, die für zehn Millionen Euro gehandelt wird. "Von der Gutenbergbibel sind 48 Exemplare bekannt. Einige Blätter der Liederhandschrift gibt es nur ein einziges Mal. Es wäre ein herber Verlust, wenn die Wissenschaft keinen Zugriff mehr darauf hätte." Noch ist die Handschrift auf dem Markt und Wiedemann hofft, dass am Ende eine öffentliche Sammlung zum Zug kommt.
Ob die Fürstenfamilie weitere bedeutsame Stücke verkauft hat oder Archivbestände in die Bibliothek verschoben wurden und nun frei verkäuflich sind, bleibt Spekulation. Heimatforscher Vogel sieht deshalb "schleunigst" das Land in der Pflicht, ähnlich wie beim Verkauf des Erbacher Schlosses einzugreifen, um "einzigartiges Kulturgut" zu retten. Doch das Land weist jede Zuständigkeit zurück. Die Archivbestände seien Eigentum der Familien-Stiftung, sagt Ulrich Adolphs, Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Aufsicht liege allein beim Fideikommiss-Gericht.
"Ob heimlich Dinge aus dem Archiv verkauft wurden, spielt im Streit bisher keine Rolle", sagt Richter Knauf. "Uns geht es darum, dass das Archiv wieder zugänglich gemacht wird." Das Angebot des Hessischen Staatsarchivs in Darmstadt, das Archiv in Obhut zu nehmen, lehnte der Schlossherr ab. Ebenso den Vorschlag des Wetteraukreises, das Archiv der überschuldeten Familie als Kreisarchiv zu übernehmen. Dennoch wird er sich mit dem Gericht einigen müssen: "Wir werden aufsichtsrechtlich alles Erforderliche tun, um die Archivbestände zu sichern", sagt Knauf. Notfalls werde die Verlagerung der Sammlung angeordnet, was bisher aus Rücksicht auf die leere Kasse der Fürstenfamilie unterblieb. "Die Stiftung müsste die Kosten des Umzugs tragen."
Bandhaus steht zum Verkauf
Ein Umzug, zumindest der Archivteile aus dem Bandhaus, könnte jedoch schneller kommen, als den Ysenburgern lieb sein kann. Die FR-Information, dass der Fürst das alte Herrenhaus samt Bandhaus im Internet für 950 000 Euro feilbieten lässt, hat Richter Knauf alarmiert. "Das ist ein Anlass, sofort einzuschreiten. Notfalls werden wir die Sammlung sicherstellen."
Sicher sind die Dokumente im Bandhaus bisher nicht, sagt Historiker Vogel. "Da könnte jeder einsteigen." Ob das Haus bei Regen dicht hält, bezweifelt er gleichfalls. Auch der Darmstädter Archivleiter Friedrich Battenberg wies das Land bereits vor anderthalb Jahren auf die unbefriedigende Lagerung der Büdinger Schätze hin. Das Ministerium wiegelt ab: "Das Brauhaus sieht von außen zwar baufällig aus, drinnen liegen die Archivbestände aber sicher in einem Betonbunker", referiert Ministeriumssprecher Adolphs das Ergebnis eines Ortstermins von Vertretern des Landes sowie des Fideikommiss-Senats. "Die Leute haben sich das Brauhaus angesehen und danach im Schloss Tee getrunken", spottet Vogel. "Das Bandhaus hat niemand angeschaut."
Für den Historiker ist es "mehr als mysteriös", weshalb das Gericht bei den Büdingern so lange still hält. Und das Ministerium regelrecht abtaucht: "Die Fürstenfamilie muss einen sehr guten Stand im Land haben." Wolfgang Ernst zu Ysenburg und Büdingen, Schwiegersohn des Ex-Schatzmeisters der Hessen-CDU, Prinz Casimir zu Sayn-Wittgenstein, schweigt. Kein Kommentar, heißt es auf FR-Anfrage. Einer, der Näheres weiß - nicht zuletzt, weil er als einziger neben dem Fürsten die Archiv-Schlüssel besitzt - mag gleichfalls nichts sagen: Peter Decker, der letzte Archivar. Nach seiner Entlassung habe er sich noch ins Zeug gelegt, den "Sesam Archiv" zu öffnen, sagen Leute, die ihn kennen, inzwischen habe er sich aber offenbar mit dem Fürsten arrangiert. Decker: "Ich bin dem Fürstenhaus gegenüber loyal."
Ein gut recherchierter Artikel, der Klartext spricht! Einmal mehr zahlen Wissenschaftler die Zeche, wenn der Staat beim skandalösen Treiben der Büdinger wegguckt. Das Fideikommissgericht hat die Pflicht, auch die Zugänglichkeit des Archivs sicherzustellen. Nicht von ungefähr sind die Vorschriften des Fideikommissrechts der einzige im deutschen Recht gewährte Rechtsanspruch auf Einsichtnahme in Privatarchive. Denkmalschutzgesetze mögen zwar den Erhalt garantieren, aber können nicht den Zugang für die Forschung regeln. Wenn ein namhafter Funktionär des Archivwesens wie Norbert Reimann durch die Lande zieht mit Artikeln, jegliche Eingriffe in die Rechte privater Archiveigentümer seien Nazi-Erbe, ist das nur ein weiteres Zeugnis der unseligen Kumpanei zwischen Staat und Eigentümern zulasten der Wissenschaft.
https://archiv.twoday.net/stories/692500/
bezieht und mir erst jetzt bekannt wurde.
Fürstenhaus wirft Schätze auf den Markt ;
Finanziell klamme Büdinger Schlossherren verkaufen wertvolle Handschriften an Privatsammler / Gericht droht mit Verlagerung des Archivs
VON ANITA STRECKER (BÜDINGEN)
Zu. Verrammelt. Unzugänglich. Vor dem Tor des Büdinger Schlosses hilft auch kein "Sesam, öffne dich!" mehr. 1,1 Kilometer an historischen Dokumenten - unschätzbare Kostbarkeiten für Historiker und Heimatforscher - liegen seit fast vier Jahren verschlossen im alten Brauhaus des Schlosses, weitere 500 Meter lagern im Bandhaus aus dem 16. Jahrhundert, das vom Alter gezeichnet im Herzen Büdingens steht. Das Gedächtnis von 60 Ortschaften zwischen Büdingen und Gelnhausen, Wächtersbach, Birstein und Meerholz ist weggesperrt. 2002 hat der überschuldete Schlossherr Wolfgang Ernst zu Ysenburg und Büdingen, Generalbevollmächtigter seines ältesten Sohnes und eigentlichen Fürsten, Casimir-Alexander, den letzten hauptamtlichen Hüter des "Fürstlich und Gräflich Ysenburgischen Gesamtarchivs" aus Geldnot in den vorzeitigen Ruhestand geschickt - und das Archiv kurzerhand zugesperrt.
"Ein Skandal", sagt der Regionalhistoriker Christian Vogel aus Niddatal. Denn was ist, dürfte rein rechtlich nicht sein. Das Gesamtarchiv ist Eigentum einer 1930 gegründeten Stiftung, die als Rechtsnachfolgerin des abgeschafften Fideikommiss aus Feudalzeit Kulturgüter in Adelshand als "unveräußerlich" bewahrt und festlegt, dass das Archiv für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt.
Dass das Recht in Büdingen seit Jahren mit Füßen getreten wird, sieht nicht nur Vogel so. "Die Ysenburger Stiftung ist unser Sorgenkind", sagt Gerhard Knauf, Vorsitzender Richter des Senats Fideikommisse in Kassel, der zum Oberlandesgericht Frankfurt gehört. Als staatliche Aufsicht wacht das Gericht über die Stiftungen der hessischen Adelsfamilien, auf dass historisch wichtige Kulturgüter erhalten bleiben. "Wir haben unsere Probleme damit, dass das Archiv so lange zu ist." Seit Monaten stünden der Senat, das Ministerium für Kunst und Kultur und Wolfgang Ernst zu Ysenburg-Büdingen deswegen in Gesprächen. "Ich hoffe, dass sich das Problem alsbald gut regeln lässt." Wie, lässt Knauf offen: "Ich will die Verhandlungen nicht gefährden."
Historiker Vogel treibt noch eine andere Sorge um: Was geschlossen ist, kann nicht kontrolliert werden, und niemand weiß, welche Schätze das Archiv tatsächlich birgt. Oder: noch birgt. Es ist zwar bekannt, dass alle offiziellen Unterlagen aus Büdingen, Wächtersbach und Meerholz dort lagern. "Aber es gibt keine vollständigen Inventarlisten", beklagt auch Klaus-Dieter Rack vom Staatsarchiv in Darmstadt. Und kaum Findbücher, die bei der Spurensuche helfen könnten. "Das Fürstenhaus Ysenburg-Büdingen verscherbelt Kulturgut", schlägt der Historiker Klaus Graf vom Aachener Hochschularchiv seit Monaten schon via Internet Alarm. Tatsächlich sind erste spektakuläre Verkäufe publik geworden. Ob die Raritäten jedoch aus dem Archiv stammten oder - ganz legal - aus der Schlossbibliothek, die frei verfügbares Eigentum der Fürstenfamilie ist, darüber streiten sich die Experten.
Leider hat wurde per Gerichtsbeschluss festgestellt, dass die veräußerte Fragmentensammlung Bibliotheksgut darstellt, obwohl sie zuletzt eindeutig als Archivgut galt.
Schillerndstes Streitobjekt ist die reich bebilderte Passionsgeschichte des Franziskanertheologen Johannes von Zazenhausen von 1464, die das Hamburger Auktionshaus Jörn Günter zum unbekanntem Preis von Wolfgang Ernst in Büdingen erstand und für 635 000 Euro an einen privaten Sammler verkaufte. Das Traktat soll einst als Geschenk in das fürstliche Gesamtarchiv gelangt sein. Laut Graf hätte es somit "zweifellos" unter dem Schutz des Bundes-Kulturgutschutzgesetzes gestanden und nicht einfach verkauft werden dürfen. Jetzt ruht die einzige mit Buchmalerei versehene Handschrift im Tresor eines Privatsammlers.
"Zweifellos" hatte ich nicht behauptet. Die Beschreibung des Stücks hat es als Teil des Gesamtarchivs bezeichnet und dieses steht zweifelsohne unter dem besagten Schutz.
Sorge um Liederhandschrift
Die Historikersorgen sich auch darum, dass Teile der kostbaren Schönrainer Liederhandschrift aus der Zeit um 1330 alsbald in Privathänden landen könnten. Laut Urteil der Fideikommiss-Gerichtes stammen auch diese Liedüberlieferungen aus dem frei verkäuflichen Bibliotheksbestand. Doch die Blätter sind so rar, sagt Konrad Wiedemann, Leiter der Handschriftenabteilung der Landesbibliothek Kassel, dass sie aus wissenschaftlicher Sicht kostbarer sind als eine Gutenbergbibel, die für zehn Millionen Euro gehandelt wird. "Von der Gutenbergbibel sind 48 Exemplare bekannt. Einige Blätter der Liederhandschrift gibt es nur ein einziges Mal. Es wäre ein herber Verlust, wenn die Wissenschaft keinen Zugriff mehr darauf hätte." Noch ist die Handschrift auf dem Markt und Wiedemann hofft, dass am Ende eine öffentliche Sammlung zum Zug kommt.
Ob die Fürstenfamilie weitere bedeutsame Stücke verkauft hat oder Archivbestände in die Bibliothek verschoben wurden und nun frei verkäuflich sind, bleibt Spekulation. Heimatforscher Vogel sieht deshalb "schleunigst" das Land in der Pflicht, ähnlich wie beim Verkauf des Erbacher Schlosses einzugreifen, um "einzigartiges Kulturgut" zu retten. Doch das Land weist jede Zuständigkeit zurück. Die Archivbestände seien Eigentum der Familien-Stiftung, sagt Ulrich Adolphs, Sprecher des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Die Aufsicht liege allein beim Fideikommiss-Gericht.
"Ob heimlich Dinge aus dem Archiv verkauft wurden, spielt im Streit bisher keine Rolle", sagt Richter Knauf. "Uns geht es darum, dass das Archiv wieder zugänglich gemacht wird." Das Angebot des Hessischen Staatsarchivs in Darmstadt, das Archiv in Obhut zu nehmen, lehnte der Schlossherr ab. Ebenso den Vorschlag des Wetteraukreises, das Archiv der überschuldeten Familie als Kreisarchiv zu übernehmen. Dennoch wird er sich mit dem Gericht einigen müssen: "Wir werden aufsichtsrechtlich alles Erforderliche tun, um die Archivbestände zu sichern", sagt Knauf. Notfalls werde die Verlagerung der Sammlung angeordnet, was bisher aus Rücksicht auf die leere Kasse der Fürstenfamilie unterblieb. "Die Stiftung müsste die Kosten des Umzugs tragen."
Bandhaus steht zum Verkauf
Ein Umzug, zumindest der Archivteile aus dem Bandhaus, könnte jedoch schneller kommen, als den Ysenburgern lieb sein kann. Die FR-Information, dass der Fürst das alte Herrenhaus samt Bandhaus im Internet für 950 000 Euro feilbieten lässt, hat Richter Knauf alarmiert. "Das ist ein Anlass, sofort einzuschreiten. Notfalls werden wir die Sammlung sicherstellen."
Sicher sind die Dokumente im Bandhaus bisher nicht, sagt Historiker Vogel. "Da könnte jeder einsteigen." Ob das Haus bei Regen dicht hält, bezweifelt er gleichfalls. Auch der Darmstädter Archivleiter Friedrich Battenberg wies das Land bereits vor anderthalb Jahren auf die unbefriedigende Lagerung der Büdinger Schätze hin. Das Ministerium wiegelt ab: "Das Brauhaus sieht von außen zwar baufällig aus, drinnen liegen die Archivbestände aber sicher in einem Betonbunker", referiert Ministeriumssprecher Adolphs das Ergebnis eines Ortstermins von Vertretern des Landes sowie des Fideikommiss-Senats. "Die Leute haben sich das Brauhaus angesehen und danach im Schloss Tee getrunken", spottet Vogel. "Das Bandhaus hat niemand angeschaut."
Für den Historiker ist es "mehr als mysteriös", weshalb das Gericht bei den Büdingern so lange still hält. Und das Ministerium regelrecht abtaucht: "Die Fürstenfamilie muss einen sehr guten Stand im Land haben." Wolfgang Ernst zu Ysenburg und Büdingen, Schwiegersohn des Ex-Schatzmeisters der Hessen-CDU, Prinz Casimir zu Sayn-Wittgenstein, schweigt. Kein Kommentar, heißt es auf FR-Anfrage. Einer, der Näheres weiß - nicht zuletzt, weil er als einziger neben dem Fürsten die Archiv-Schlüssel besitzt - mag gleichfalls nichts sagen: Peter Decker, der letzte Archivar. Nach seiner Entlassung habe er sich noch ins Zeug gelegt, den "Sesam Archiv" zu öffnen, sagen Leute, die ihn kennen, inzwischen habe er sich aber offenbar mit dem Fürsten arrangiert. Decker: "Ich bin dem Fürstenhaus gegenüber loyal."
Ein gut recherchierter Artikel, der Klartext spricht! Einmal mehr zahlen Wissenschaftler die Zeche, wenn der Staat beim skandalösen Treiben der Büdinger wegguckt. Das Fideikommissgericht hat die Pflicht, auch die Zugänglichkeit des Archivs sicherzustellen. Nicht von ungefähr sind die Vorschriften des Fideikommissrechts der einzige im deutschen Recht gewährte Rechtsanspruch auf Einsichtnahme in Privatarchive. Denkmalschutzgesetze mögen zwar den Erhalt garantieren, aber können nicht den Zugang für die Forschung regeln. Wenn ein namhafter Funktionär des Archivwesens wie Norbert Reimann durch die Lande zieht mit Artikeln, jegliche Eingriffe in die Rechte privater Archiveigentümer seien Nazi-Erbe, ist das nur ein weiteres Zeugnis der unseligen Kumpanei zwischen Staat und Eigentümern zulasten der Wissenschaft.
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Aus dem AMARC-Newsletter 2004 ein Beitrag über das Zerlegen von Handschriften zu kommerziellen Zwecken:
https://www.manuscripts.org.uk/amarc/Newsletter42.pdf
[ https://www.amarc.org.uk/Newsletter42.pdf ]
Hauptseite
https://www.manuscripts.org.uk/amarc/newsletter.htm
[ https://www.amarc.org.uk/Newsletter42.pdf ]
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wird im Moment noch bei Ebay ein Privilegienbuch der Stadt Komotau von einem Leipziger Auktionator zum Verkauf angeboten; Auktionsschluss ist der 9.12., 22:01:47 MEZ (Artikelnummer: 6584284508).
Wie sich aus beigefügten Digitalfotografien ergibt, wurde das Privilegienbuch 1602 vom damaligen Stadtschreiber Johann Sandel angelegt, müsste demnach also in amtlichem Auftrag angefertigt worden und dementsprechend als Archivgut der Stadt Komotau aufzufassen sein. Über den Inhalt, d.h. die in das Buch aufgenommenen Abschriften von Urkunden, orientiert die Beschreibung des Verkäufers bei Ebay. Angaben, weshalb das Privilegienbuch nicht als Archivgut der Stadt Komotau einzustufen sei, konnte ich der Artikelbeschreibung nicht entnehmen.
Ich habe per E-Mail das Kreisarchiv Komotau (als jetzt zuständiges Archiv für die Stadt Komotau) sowie das Bezirksarchiv Leitmeritz (als vorgesetzte Dienststelle) über die Auktion verständigt; bisher ist mir keine Reaktion von dort bekannt geworden. An Ebay habe ich gestern abend ebenfalls geschrieben, bisher habe ich noch keine Antwort erhalten.
Mir ist nicht bekannt, ob das - zum 01.01.2005 novellierte - tschechische Archivgesetz die Veräußerung von öffentlichem Archivgut untersagt, wie dies etwa das Sächsische Archivgesetz (in § 8 Abs. 4) tut.
Die Auktion endet wie gesagt bereits am Freitag abend.
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wird im Moment noch bei Ebay ein Privilegienbuch der Stadt Komotau von einem Leipziger Auktionator zum Verkauf angeboten; Auktionsschluss ist der 9.12., 22:01:47 MEZ (Artikelnummer: 6584284508).
Wie sich aus beigefügten Digitalfotografien ergibt, wurde das Privilegienbuch 1602 vom damaligen Stadtschreiber Johann Sandel angelegt, müsste demnach also in amtlichem Auftrag angefertigt worden und dementsprechend als Archivgut der Stadt Komotau aufzufassen sein. Über den Inhalt, d.h. die in das Buch aufgenommenen Abschriften von Urkunden, orientiert die Beschreibung des Verkäufers bei Ebay. Angaben, weshalb das Privilegienbuch nicht als Archivgut der Stadt Komotau einzustufen sei, konnte ich der Artikelbeschreibung nicht entnehmen.
Ich habe per E-Mail das Kreisarchiv Komotau (als jetzt zuständiges Archiv für die Stadt Komotau) sowie das Bezirksarchiv Leitmeritz (als vorgesetzte Dienststelle) über die Auktion verständigt; bisher ist mir keine Reaktion von dort bekannt geworden. An Ebay habe ich gestern abend ebenfalls geschrieben, bisher habe ich noch keine Antwort erhalten.
Mir ist nicht bekannt, ob das - zum 01.01.2005 novellierte - tschechische Archivgesetz die Veräußerung von öffentlichem Archivgut untersagt, wie dies etwa das Sächsische Archivgesetz (in § 8 Abs. 4) tut.
Die Auktion endet wie gesagt bereits am Freitag abend.
Ploschkowitz - am Mittwoch, 7. Dezember 2005, 19:55 - Rubrik: Kulturgut
1969 erwarb der Freistaat Bayern das Adelsarchiv der 1907 erloschenen Freiherren von Fechenbach zu Laudenbach (Lkr. Miltenberg). Hatto Kallfelz erstellte den ersten Band eines gedruckten Findbuchs und veröffentlichte Weiteres zur Familie. Siehe
https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherren_von_Fechenbach
Bei Hartung & Hartung (Auktion 112) kommt ein Teil der Adelsbibliothek von Fechenbach im November zur Versteigerung. Siehe
https://log.netbib.de/archives/2005/10/25/frankische-adelsbibliothek-von-fechenbach-wird-verscherbelt/
"Catalogus Bibliothecae Principalis Georgio-Carolinae.
Verzeichniß der seinen hochfürstl. Gnaden Georg Karl privat
eigenthümlichen Druck- und Handschriften, Landkarten,
Risse, Kupferstiche und Gepräge, nach wissensch. Ordnung
verf. v. Adam M. Köl, gnädigst ernanntem
Privat-Bibliothekar. Würzburg 1795. Handschrift auf Papier.
3 Bde. Ca. 35 : 22 cm. 457 SS., 65 w. Bll.; 358 SS., 20 w.
Bll.; 272 SS., 36 w. Bll. Hldr. d. Zt. mit Rverg. u. 2
farb. Rsch.
Schätzpreis: (300,- €)
Sorgfältig geführter Katalog der Bibliothek des
Würzburger Bischofs, später auf Schloß Laudenbach. Bis ca.
1900 als Supplement fragmentarisch fortgeführt. - Die
schönen Einbände mit Gebrauchsspuren.
Teile der Bibliothek werden in dieser Versteigerung
angeboten."
https://www.hartung-hartung.com/
Das liest man bei Nr. 83 der Auktion 112 (8./10. Nov. 2005)
bei Hartung & Hartung.
Es ist unerträglich, dass wieder einmal eine wertvolle
Adelsbibliothek ohne hinreichende Dokumentation in alle
Winde zerstreut wird, während man sonst schon mal dem
Hufnagel im niedersächsischen Waldboden die Fürsorge
staatlicher Eingriffsverwaltung angedeihen lässt (siehe das
Urteil des OVG Lüneburg vom 7.2.1994, NJW 1994, S. 2636). Die
Bibliothek, von der das genannte dreibändige
Verzeichnis womöglich unzugänglich in Privatbesitz
landet, sehe ich als schützenswerte, als Ensemble zu
erhaltende Geschichtsquelle und Kulturdenkmal an.
Aus archivischer Sicht kann kein Zweifel daran besten, dass die im folgenden erwähnten Huldigungsschriften zum "dienstlichen" Nachlass des letzten Würzburger Fürstbischofs gehören und als Archivalien anzusehen sind, die eben aufgrund ihrer dekorativen Ausstattung in der Bibliothek gelandet sind.
Teilweise werden sie gar nicht aufgrund ihres inhaltlichen Werts, sondern aufgrund der hübschen Umschläge im Katalog aufgelistet.
Auszüge aus dem Katalog:
14 Erklärung der Stammtafel des Hochfreyherrlichen Geschlechts von Fechenbach. Zusammengetragen von S. Deutsche Handschrift auf Papier. 1797. 210:180 mm. 93, 3 w. Bll. Mit 2 Federzeichnungen (Titel u. Grabstein mit Wappen). Braun Ldr. d. Zt. m. reicher Rverg.
Schätzpreis: (200,- €)
Nach einer schönen Titelzeichnung und einer kurzen Erklärung folgen die Lebensdaten der Mitglieder, schließend mit "No. 171. Sophia von Fechenbach eine Tochter Ludwig Christian von Fechenbach Nro. 162." Meistens sind ergänzende Zusätze aus der Folgezeit bis ca. 1840 angebracht, wie Geburts- u. Sterbedaten, Ehen, Kinder, Heiraten etc. - Einband beschabt u. etwas fleckig, Vordergelenk unten defekt, wurmstichig.
1132 Würzburg. - Dankgedicht für Georg Karl Fürstbischof von Würzburg, von den Gemeinden Poppenkauer und Rothhaußen. Druck auf Seide. 1796. Fol. 1 w., 3 Bll. Rosa Seide d. Zt. mit Deckelverg.
Schätzpreis: (160,- €)
Das le. Bl. enthält ein Verzeichnis der Einwohner beider Gemeinden.
21 Goldpapier. 10 Huldigungsschriften für Bischof Georg Karl v. Fechenbach, Bischof v. Würzburg. Deutsche Handschriften auf Papier. 1795-1800.
1826 Papier. - Goldpapierumschläge zu 6 Huldigungsschriften für Fürstbischof Georg Karl v. Fechenbach u. a. Würzburg 1795 - 1802. Fol. (33:21 bis 39:25 cm). Brosch. d. Zt.
Schätzpreis: (360,- €)
Eine Schrift ist zweimal, eine andere dreimal vorhanden. Dabei eine Schrift der Israelitischen Kultusgemeine in Heydingsfeld, 4 SS.
76 Glückwunsch zum Namensfeste von Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof von Würzburg. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg ca. 1800). 360:214 mm. 6 Bll. jede Seite von aquarellierter Blumenbordüre in Gold u. Farben eingefaßt. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (120,- €)
Ausgestellt von Josepha Bernardin und Jörg Karl Bernard "Sohn des verlebten Bayerischen Hofsprachmeisters".
77 Würzburg. - v. Fechenbach. - Glückwunschverse des Ludwig Veit Dietrich Pfau, Cantor im Stift Haug, für Bischof Franz Ludwig v. Erthal. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg) 1779. 350:210 mm. 7, 1 w. Bll., jede Seite reich mit ornam. u. figürl. Zierwerk ausgemalt. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (300,- €)
Besonders aufwändig ausgestattete Huldigungsschrift. Vorzüglich erhalten.
78 Gratulationsgedicht des Metzgermeisters Söhnlein Lorenz Wahling für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof von Würzburg. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg 1795). 4 Bll. mit blgr. Wappenmalerei in Farben.
79 Würzburg. - v. Fechenbach. - Huldigung der Maria Theresia Plandin für Karl Georg v. Fechenbach, Fürstbischof v. Würzburg. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg 1795). 350:205 mm. 6 Bll., am Anfang das in Samt und bemalter Seide u. Goldstickerei applizierte Wappen des Fürstbischofs. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (120,- €)
Ungewöhnlich das 13,5 cm hohe, applizierte Wappen.
80 Huldigung eines Walling für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof v. Würzburg zu seiner Wahl. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg 1795). 344:214 mm. 4 Bll. mit blgr. Wappenmalerei in Farben.
81 Huldigungsschriften für die Bischöfe Georg Karl Frh. v. Fechenbach (3) u. Karl Theodor Frh. v. Dalberg (2). Dt. u. lat. Handschriften auf Papier. 1796 u. o. J. 8° u. 4°. Seidenbd. u. Buntpapierumschl. d. Zt.
82 Judenschaft von Veitshöchheim. Huldigungschrift für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof von Würzburg. Deutsche Handschrift auf Pergament. (Würzburg 1795).
84 Gravel, Joh. P. v. Zwei Huldigungsschriften für den Würzburger Bischof. Deutsche Handschrift auf Papier. (1796). 345:21 mm. 3 Bll. mit Wappen, 1 Vign. u. aquarell. Schlußstück. Goldbrokatumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (200,- €)
Als Umschlag wurde ein ganzer Bogen mit Rändern eines Goldbrokatpapiers verwendet (nicht bei Hämmerle), mit Sign. "Augsp. bey (Munck unleserlich) 22 C.P.S.C.M.", zierliche Ornamente mit kl. Blüten und Blättern, Golddruck auf blaugrauem Papier.
85 Lobgesang und Segen des Rabi Löw, Landrabiner zu Würzburg anläßlich e. Audienz. Hebräische u. deutsche Handschrift auf Papier. Würzburg 1783. 323:206 mm. 3 SS. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (200,- €)
Sorgfältig geschrieben. - Beiliegt: Israelitische Gemeinde in Heydingsfeld. Huldigung für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof v. Würzburg. (Würzburg 1795). Fol. 2 Bll. Rosa Seide d. Zt. m. Goldpapierspiegel.
1823 Huldigungsschriften, meist für Georg Karl Frh. v. Fechenbach, Bischof v. Würzburg. 22 Hefte. 1789 - 1806. 4° (21) u. 8° (1). 4 Seidenbde. d. Zt., 11 Goldpapiere, 2 Glanzpapiere.
Schätzpreis: (180,- €)
Einige mit gestoch. Exlibris "G. C. v. Fechenbach". Ein Goldpapierumschlag fleckig, sonst alle gut bis vorzüglich erhalten
1497 Einbände. - Seidenbände zu 7 Huldigungsschriften (5 verschiedene) für Georg Karl v. Fechenbach, Bischof von Würzburg. 1795-1800. Fol.
Schätzpreis: (240,- €)
3 weinrot, 3 rosa, 1 weiß; 5 mit schönen bunten Kattunpapier-Vorsätzen. Ein Rücken etwas schadhaft, teils mit ganz leichten Lichträndern.
Beiliegen: Eine Huldigungsschrift für Adam Friedrich Bischof v. Würzburg, 1767; in rotem Samtbd. d.Zt. mit Spiegel aus grün gemustertem Bronzefirnispapier; eine weitere in blauem Umschl. d.Zt. Fol.
1814 PAPIER. - Brokatpapier. 1 Bogen Goldbrokatpapier auf orangefarbenem Grund. Ca. 1780. Blattgr. 325:400 mm.
Schätzpreis: (200,- €)
Reicher Akanthus, beiderseits halb unten in ein Füllhorn endend; als Mittelstück ein großer Früchtekorb, von zwei Schlangen flankiert, ferner Fruchtgehänge; beide Halbseiten gegenseitig korrespondierend (Haemmerle Nr. 578, anonym). - Als Umschlag verwendet, jedoch kaum beschnitten u. sehr frisch. - Inhalt: Ode qua reverend. ac cel. domino dom. Georgio Carolo... episcopo eccles. Wirceburg. ex antiqu. et illustr. lib. bar. de Fechenbach prosapia. (Würzbg.), Nittribit, ca. 1795. 4 Bll.
27 Jäger, Frz. Anton. Briefe über die hohe Rhöne Frankens in geogr., topogr., physisch und histor. Hinsicht. I. Th. (von 3). Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1800. 210 : 175 mm. 10 Bll., 395 SS., 3 gefalt. Tuschaquarelle v. Verf. Rot Ldr. d. Zt. m. reicher Rverg., verg. Deckel- u. Stehkantenfileten, Goldschnitt.
Schätzpreis: (300,- €)
Vorlage für Tl. 1 der 1803 in Arnstadt u. Rudolstadt (in 3 Tln.) im Druck erschienenen "Briefe über die hohe Rhön in geograph.-phys. u. histor. Hinsicht", als geschichtliches Werk "für ihre Zeit durchaus nicht ohne Werth" (ADB XIII, 646; auch ausführl. zum fränkischen Historiker J.). Sehr sorgfältig geschrieben, dem Bischof von Würzburg G. C. v. Fechenbach gewidmet u. mit dessen Exlibris. Die Falttaf. zeigen eine Karte des Rhöngebirges, die Steinwand und den Marktflecken Hilders mit der Ruine des Auersberger Schlosses. - Vorzüglich erhalten, in einem sehr schönen, wohlerhaltenen Einband.
2222 Bestelmeier, G(g.) H(ier.). Magazin von verschiedenen Kunst- und andern nützlichen Sachen, zur lehrreichen und angenehmen Unterhaltung der Jugend, als auch für Liebhaber der Künste und Wissenschaften, welche Stücke meist vorräthig zu finden... Neue verb. Aufl. Nbg., beim Hrsg., ca. 1820. Qu.-4°. Tit., 32 SS., 80 (st. 84) Kupfertaf. mit ca. 1350 Abb. Grün Pp. d. Zt. mit mont. gest. illustr. Vorderdeckelschild.
Schätzpreis: (2.400,- €)
Vgl. GV XIV, 77, 188 (N. A. 1823 mit 1350 Abb.) u. Rammensee S. 155 (Anh. Spielzeugkataloge; erste ? Ausg. 1798 mit 64 SS.). - Seltener umfangreicher und besonders reich illustrierter Lagerkatalog der Nürnberger Firma Bestelmeier. [...] - Beiliegt: 1. Bestelmeier, G. H. Ausgefülltes Rechnungsformular in Lithogr. Nbg. 1843. 4°. - 2. Verzeichniss von neuen Spielsachen von G. H. Bestelmeier in Nürnberg. Dt. Hs. auf Papier. Um 1840. 4°. 2 Bll., davon 3 SS. beschrieben. - 3. Preisliste, vorgedruckt (die Sparte der Preise leer, zum Selbstausfüllen) von 119 Spielen der Firma Bestelmeier ? O. O. ca. 1825. 1 Bl. 55x22 cm. Mehrf. gefaltet. - 4. Mumm, Peter Arnold. Frachtbrief, ausgefülltes Formular, zollamtl. gelaufen, Ffm. 1843, 22:28 cm, 2fach gef., betr. Lieferg. von 2 Körben ausländischen Wein à 50 Bout.(eillen)... an Baron v. Fechenbach-Laudenbach, Königl. Bair. Kämmerer, Aschaffenburg.
4514 GEDENKBLATT. - Franz II. Dt. Kaiser. "Deutschlands Fürsten-Tempel". Gedenkblatt zur Wahl u. Krönung zum Kaiser v. Österreich (Franz. I.) am 14. Juli 1792. Kupferst. in Punktiermanier, in Braun, auf gekreidetem Papier. 1792. Gr.-Fol.
Schätzpreis: (200,- €)
In der Mitte der Fürstentempel mit dem Porträt Franz II. auf e. Sockel, flankiert v. Friedrich Wilhelm II. Kg. v. Preussen u. Georg II. Kg. v. England sowie den 6 Kurfürsten (Porträtmedaillons an den Tempelsäulen). An den Seiten, vor großen Laubbäumen zwei Obelisken mit den Porträts u. Namen der 1. bis 3. Wahlbotschafter der Kurfürsten: Fechenbach, Walderdorf, Oettingen-Baldern, Oberndorff, Schönberg, Sacken, Beulwitz etc. Im Vordergrund allegor. Figuren, rechts eine am Boden liegende Sanduhr. Über allem schwebt das Auge Gottes. Schönes Blatt. - Außerhalb der Darstellung stellenw. angestaubt, unt. leicht wasserfleckig, kl. Schabstellen. Im Bildteil vereinzelt minimaler Bildverlust durch kl. Kratzer bzw. Silberfischfraß. Kl. Randeinriß unten.
4615 84 Porträts, darunter viele Mainzer Gelehrte, Theologen, berühmte Bürger der Stadt. 84 Kupferst. (dabei einige Schabkunstbll.). 17. Jhdt. bis ca. 1810. 8° bis Fol. [...] Beiliegt: 1. "Pinacotheca Moguntina". Hs. Verzeichnis (18 Bll.) Ende 18. Jhdts. e. Portr.-Sammlung (aber nicht dieser) mit teils detaillierter Beschreibung der Portr. sowie 2 spätere Verz. v. versch. Händen.
2085 Nibelungen Noth, Der. Bearb. v. G. Pfizer. Stgt. u. Tüb., Cotta, 1843. 4°. 4 Bll. inkl. Holzst.-Tit., 428 SS., 1 (st. 2) Bl., mit viel. (9 ganzs.) Holzst. nach E. Neureuther u. J. Schnorr v. Carolsfeld. Rot Hmaroquin mit Rücken- u. Stehkantenverg., Deckelfil., reicher Deckelblindpräg., eingelegtem umkränztem Widmungsfeld auf d. Vorderdeckel, weiß Rsch., Goldschn.
Schätzpreis: (100,- €)
Rümann 1449. - Wie meist ohne das bei Rümann angegebene Anzeigenbl. am Schluß. Etwas braunfl., Tit. stärker, vereinzelte Wasserfl. Alle Holzschn. mit einem rosa Seidenpapier versehen. In einen aufwendigen Widmungseinbd. gebunden: in der Mitte des Vorderdeckels ein blaues Oval, v. einem auf Pappe aufgelegten Laub- u. Blütenkranz aus Papier umgeben, mit folgender Inschrift: "Seinem Wohltäter / Herrn Fr. Frhn. v. Fechenbach / Herr der Herrschaften Sommerau / aus Dankbarkeit gewidmet / von / Wilh. Diezfelbinger".
6 Notitia de Seditione Rusticorum Anno MDXXV. Lat. u. deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 1730. 1 Bl., 159 num. SS., 29 Bll. 200 : 160 mm. Ldr. d. Zt.
Schätzpreis: (300,- €)
S.1: Ex Tomo XIX. Annalium Ecclesiasticorum Abrahami B Zovij. S.7: Die Zwölf Articul der Bawerschaft Jn der Uffruhr Anno 1525. Palmarum. Es folgen ausführliche Nachrichten über den Bauernkrieg in Unterfranken und Hessen (Amorbach, Erbach, Miltenberg, Aschaffenburg etc.). - Aus Besitz der Frh. v. Fechenbach mit deren eingeklebtem Wappen im Vorderdeckel. Einband stärker berieben, Kapitale defekt.
50 Regensburg. - - Von der Statt Regenspurg. Deutsche Handschrift auf Papier. Anfang des 17. Jhdts. 215 : 168 mm. Pp. d. Zt.
Schätzpreis: (300,- €)
Sehr sorgfältig und gut leserlich geschriebene Chronik. Nach kurzer Erwähnung der Frühzeit, Bau der steinernen Bücke etc., beginnt eine detailliertere Schilderung der Ereignisse mit Beginn des 16. Jhdts. Breiten Raum nimmt die Religion ein. Mit 1609 schließt die Handschrift. - Auf dem ersten und dem letzten Bl. der eh. Namenszug eines "Bar von Hahn", der vielleicht der Schreiber ist. Bei Beginn des Textes alter Besitzvermerk "J.P.C.A. B(aron) de Fechenbach". Rücken fehlt.
57 Stammbuch. - v. Eyb. - Stammbuch der Marie Josephe Elisabethe von Eyb. Handschrift auf Pergament (18 Bll.) und Papier (18 Bll.). 1694-1700. Ca. 13:19 cm. Mit 36 Wappenmalereien. Ldr. d. Zt. m. Rverg.
Schätzpreis: (2.000,- €)
Das Stammbuch enthält fast ausschließlich Einträge von Angehörigen des Adels: Berlepsch (2), Bernhausen, Castell, Eckartsberg, Eyb (3), Falkenstein, Frankenstein, Freyberg, Fürstenberg, Fugger, Gumppenberg, Haxthausen, Leonrodt, Muggenthal, Prasberg (4), Sandizell, Seinsheim, Stauffenberg, Stein (3), Stüben u.a. Die Malereien, vor allem diejenigen auf Pergament, stammen von einem höchst qualifizierten Wappenmaler. Dazwischen ist ein Blatt von 1802 (Stöcker) eingefügt.
Vorzüglich erhalten. Einband leicht berieben. Ein weisses Bl. am Anfang trägt in Schrift aus dem Anfang des 19. Jahrh. den Namen "Baron de Fechenbach".
493 Werth, Johann von. Biographisches. Deutsche Handschrift auf Papier. O. O. Ca. 1850. 208:175 mm. 82 SS. Rot Pp. d. Zt. mit goldgepr. Fil. u. Eckfleurons, goldgepr. Tit., Goldschn.
Schätzpreis: (80,- €)
Sorgfältige, gleichmäßige Handschrift über das Leben des Generals, am Schluß von anderer Hand eine Widmung "... Seinem Freunde Carl Freiherr von Fechenbach Lieutenant bei Herzog von Leuchtenberg Chevaux-legers No. 6...".
https://de.wikipedia.org/wiki/Freiherren_von_Fechenbach
Bei Hartung & Hartung (Auktion 112) kommt ein Teil der Adelsbibliothek von Fechenbach im November zur Versteigerung. Siehe
https://log.netbib.de/archives/2005/10/25/frankische-adelsbibliothek-von-fechenbach-wird-verscherbelt/
"Catalogus Bibliothecae Principalis Georgio-Carolinae.
Verzeichniß der seinen hochfürstl. Gnaden Georg Karl privat
eigenthümlichen Druck- und Handschriften, Landkarten,
Risse, Kupferstiche und Gepräge, nach wissensch. Ordnung
verf. v. Adam M. Köl, gnädigst ernanntem
Privat-Bibliothekar. Würzburg 1795. Handschrift auf Papier.
3 Bde. Ca. 35 : 22 cm. 457 SS., 65 w. Bll.; 358 SS., 20 w.
Bll.; 272 SS., 36 w. Bll. Hldr. d. Zt. mit Rverg. u. 2
farb. Rsch.
Schätzpreis: (300,- €)
Sorgfältig geführter Katalog der Bibliothek des
Würzburger Bischofs, später auf Schloß Laudenbach. Bis ca.
1900 als Supplement fragmentarisch fortgeführt. - Die
schönen Einbände mit Gebrauchsspuren.
Teile der Bibliothek werden in dieser Versteigerung
angeboten."
https://www.hartung-hartung.com/
Das liest man bei Nr. 83 der Auktion 112 (8./10. Nov. 2005)
bei Hartung & Hartung.
Es ist unerträglich, dass wieder einmal eine wertvolle
Adelsbibliothek ohne hinreichende Dokumentation in alle
Winde zerstreut wird, während man sonst schon mal dem
Hufnagel im niedersächsischen Waldboden die Fürsorge
staatlicher Eingriffsverwaltung angedeihen lässt (siehe das
Urteil des OVG Lüneburg vom 7.2.1994, NJW 1994, S. 2636). Die
Bibliothek, von der das genannte dreibändige
Verzeichnis womöglich unzugänglich in Privatbesitz
landet, sehe ich als schützenswerte, als Ensemble zu
erhaltende Geschichtsquelle und Kulturdenkmal an.
Aus archivischer Sicht kann kein Zweifel daran besten, dass die im folgenden erwähnten Huldigungsschriften zum "dienstlichen" Nachlass des letzten Würzburger Fürstbischofs gehören und als Archivalien anzusehen sind, die eben aufgrund ihrer dekorativen Ausstattung in der Bibliothek gelandet sind.
Teilweise werden sie gar nicht aufgrund ihres inhaltlichen Werts, sondern aufgrund der hübschen Umschläge im Katalog aufgelistet.
Auszüge aus dem Katalog:
14 Erklärung der Stammtafel des Hochfreyherrlichen Geschlechts von Fechenbach. Zusammengetragen von S. Deutsche Handschrift auf Papier. 1797. 210:180 mm. 93, 3 w. Bll. Mit 2 Federzeichnungen (Titel u. Grabstein mit Wappen). Braun Ldr. d. Zt. m. reicher Rverg.
Schätzpreis: (200,- €)
Nach einer schönen Titelzeichnung und einer kurzen Erklärung folgen die Lebensdaten der Mitglieder, schließend mit "No. 171. Sophia von Fechenbach eine Tochter Ludwig Christian von Fechenbach Nro. 162." Meistens sind ergänzende Zusätze aus der Folgezeit bis ca. 1840 angebracht, wie Geburts- u. Sterbedaten, Ehen, Kinder, Heiraten etc. - Einband beschabt u. etwas fleckig, Vordergelenk unten defekt, wurmstichig.
1132 Würzburg. - Dankgedicht für Georg Karl Fürstbischof von Würzburg, von den Gemeinden Poppenkauer und Rothhaußen. Druck auf Seide. 1796. Fol. 1 w., 3 Bll. Rosa Seide d. Zt. mit Deckelverg.
Schätzpreis: (160,- €)
Das le. Bl. enthält ein Verzeichnis der Einwohner beider Gemeinden.
21 Goldpapier. 10 Huldigungsschriften für Bischof Georg Karl v. Fechenbach, Bischof v. Würzburg. Deutsche Handschriften auf Papier. 1795-1800.
1826 Papier. - Goldpapierumschläge zu 6 Huldigungsschriften für Fürstbischof Georg Karl v. Fechenbach u. a. Würzburg 1795 - 1802. Fol. (33:21 bis 39:25 cm). Brosch. d. Zt.
Schätzpreis: (360,- €)
Eine Schrift ist zweimal, eine andere dreimal vorhanden. Dabei eine Schrift der Israelitischen Kultusgemeine in Heydingsfeld, 4 SS.
76 Glückwunsch zum Namensfeste von Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof von Würzburg. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg ca. 1800). 360:214 mm. 6 Bll. jede Seite von aquarellierter Blumenbordüre in Gold u. Farben eingefaßt. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (120,- €)
Ausgestellt von Josepha Bernardin und Jörg Karl Bernard "Sohn des verlebten Bayerischen Hofsprachmeisters".
77 Würzburg. - v. Fechenbach. - Glückwunschverse des Ludwig Veit Dietrich Pfau, Cantor im Stift Haug, für Bischof Franz Ludwig v. Erthal. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg) 1779. 350:210 mm. 7, 1 w. Bll., jede Seite reich mit ornam. u. figürl. Zierwerk ausgemalt. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (300,- €)
Besonders aufwändig ausgestattete Huldigungsschrift. Vorzüglich erhalten.
78 Gratulationsgedicht des Metzgermeisters Söhnlein Lorenz Wahling für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof von Würzburg. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg 1795). 4 Bll. mit blgr. Wappenmalerei in Farben.
79 Würzburg. - v. Fechenbach. - Huldigung der Maria Theresia Plandin für Karl Georg v. Fechenbach, Fürstbischof v. Würzburg. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg 1795). 350:205 mm. 6 Bll., am Anfang das in Samt und bemalter Seide u. Goldstickerei applizierte Wappen des Fürstbischofs. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (120,- €)
Ungewöhnlich das 13,5 cm hohe, applizierte Wappen.
80 Huldigung eines Walling für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof v. Würzburg zu seiner Wahl. Deutsche Handschrift auf Papier. (Würzburg 1795). 344:214 mm. 4 Bll. mit blgr. Wappenmalerei in Farben.
81 Huldigungsschriften für die Bischöfe Georg Karl Frh. v. Fechenbach (3) u. Karl Theodor Frh. v. Dalberg (2). Dt. u. lat. Handschriften auf Papier. 1796 u. o. J. 8° u. 4°. Seidenbd. u. Buntpapierumschl. d. Zt.
82 Judenschaft von Veitshöchheim. Huldigungschrift für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof von Würzburg. Deutsche Handschrift auf Pergament. (Würzburg 1795).
84 Gravel, Joh. P. v. Zwei Huldigungsschriften für den Würzburger Bischof. Deutsche Handschrift auf Papier. (1796). 345:21 mm. 3 Bll. mit Wappen, 1 Vign. u. aquarell. Schlußstück. Goldbrokatumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (200,- €)
Als Umschlag wurde ein ganzer Bogen mit Rändern eines Goldbrokatpapiers verwendet (nicht bei Hämmerle), mit Sign. "Augsp. bey (Munck unleserlich) 22 C.P.S.C.M.", zierliche Ornamente mit kl. Blüten und Blättern, Golddruck auf blaugrauem Papier.
85 Lobgesang und Segen des Rabi Löw, Landrabiner zu Würzburg anläßlich e. Audienz. Hebräische u. deutsche Handschrift auf Papier. Würzburg 1783. 323:206 mm. 3 SS. Goldpapierumschl. d. Zt.
Schätzpreis: (200,- €)
Sorgfältig geschrieben. - Beiliegt: Israelitische Gemeinde in Heydingsfeld. Huldigung für Georg Karl v. Fechenbach, Fürstbischof v. Würzburg. (Würzburg 1795). Fol. 2 Bll. Rosa Seide d. Zt. m. Goldpapierspiegel.
1823 Huldigungsschriften, meist für Georg Karl Frh. v. Fechenbach, Bischof v. Würzburg. 22 Hefte. 1789 - 1806. 4° (21) u. 8° (1). 4 Seidenbde. d. Zt., 11 Goldpapiere, 2 Glanzpapiere.
Schätzpreis: (180,- €)
Einige mit gestoch. Exlibris "G. C. v. Fechenbach". Ein Goldpapierumschlag fleckig, sonst alle gut bis vorzüglich erhalten
1497 Einbände. - Seidenbände zu 7 Huldigungsschriften (5 verschiedene) für Georg Karl v. Fechenbach, Bischof von Würzburg. 1795-1800. Fol.
Schätzpreis: (240,- €)
3 weinrot, 3 rosa, 1 weiß; 5 mit schönen bunten Kattunpapier-Vorsätzen. Ein Rücken etwas schadhaft, teils mit ganz leichten Lichträndern.
Beiliegen: Eine Huldigungsschrift für Adam Friedrich Bischof v. Würzburg, 1767; in rotem Samtbd. d.Zt. mit Spiegel aus grün gemustertem Bronzefirnispapier; eine weitere in blauem Umschl. d.Zt. Fol.
1814 PAPIER. - Brokatpapier. 1 Bogen Goldbrokatpapier auf orangefarbenem Grund. Ca. 1780. Blattgr. 325:400 mm.
Schätzpreis: (200,- €)
Reicher Akanthus, beiderseits halb unten in ein Füllhorn endend; als Mittelstück ein großer Früchtekorb, von zwei Schlangen flankiert, ferner Fruchtgehänge; beide Halbseiten gegenseitig korrespondierend (Haemmerle Nr. 578, anonym). - Als Umschlag verwendet, jedoch kaum beschnitten u. sehr frisch. - Inhalt: Ode qua reverend. ac cel. domino dom. Georgio Carolo... episcopo eccles. Wirceburg. ex antiqu. et illustr. lib. bar. de Fechenbach prosapia. (Würzbg.), Nittribit, ca. 1795. 4 Bll.
27 Jäger, Frz. Anton. Briefe über die hohe Rhöne Frankens in geogr., topogr., physisch und histor. Hinsicht. I. Th. (von 3). Deutsche Handschrift auf Papier. Um 1800. 210 : 175 mm. 10 Bll., 395 SS., 3 gefalt. Tuschaquarelle v. Verf. Rot Ldr. d. Zt. m. reicher Rverg., verg. Deckel- u. Stehkantenfileten, Goldschnitt.
Schätzpreis: (300,- €)
Vorlage für Tl. 1 der 1803 in Arnstadt u. Rudolstadt (in 3 Tln.) im Druck erschienenen "Briefe über die hohe Rhön in geograph.-phys. u. histor. Hinsicht", als geschichtliches Werk "für ihre Zeit durchaus nicht ohne Werth" (ADB XIII, 646; auch ausführl. zum fränkischen Historiker J.). Sehr sorgfältig geschrieben, dem Bischof von Würzburg G. C. v. Fechenbach gewidmet u. mit dessen Exlibris. Die Falttaf. zeigen eine Karte des Rhöngebirges, die Steinwand und den Marktflecken Hilders mit der Ruine des Auersberger Schlosses. - Vorzüglich erhalten, in einem sehr schönen, wohlerhaltenen Einband.
2222 Bestelmeier, G(g.) H(ier.). Magazin von verschiedenen Kunst- und andern nützlichen Sachen, zur lehrreichen und angenehmen Unterhaltung der Jugend, als auch für Liebhaber der Künste und Wissenschaften, welche Stücke meist vorräthig zu finden... Neue verb. Aufl. Nbg., beim Hrsg., ca. 1820. Qu.-4°. Tit., 32 SS., 80 (st. 84) Kupfertaf. mit ca. 1350 Abb. Grün Pp. d. Zt. mit mont. gest. illustr. Vorderdeckelschild.
Schätzpreis: (2.400,- €)
Vgl. GV XIV, 77, 188 (N. A. 1823 mit 1350 Abb.) u. Rammensee S. 155 (Anh. Spielzeugkataloge; erste ? Ausg. 1798 mit 64 SS.). - Seltener umfangreicher und besonders reich illustrierter Lagerkatalog der Nürnberger Firma Bestelmeier. [...] - Beiliegt: 1. Bestelmeier, G. H. Ausgefülltes Rechnungsformular in Lithogr. Nbg. 1843. 4°. - 2. Verzeichniss von neuen Spielsachen von G. H. Bestelmeier in Nürnberg. Dt. Hs. auf Papier. Um 1840. 4°. 2 Bll., davon 3 SS. beschrieben. - 3. Preisliste, vorgedruckt (die Sparte der Preise leer, zum Selbstausfüllen) von 119 Spielen der Firma Bestelmeier ? O. O. ca. 1825. 1 Bl. 55x22 cm. Mehrf. gefaltet. - 4. Mumm, Peter Arnold. Frachtbrief, ausgefülltes Formular, zollamtl. gelaufen, Ffm. 1843, 22:28 cm, 2fach gef., betr. Lieferg. von 2 Körben ausländischen Wein à 50 Bout.(eillen)... an Baron v. Fechenbach-Laudenbach, Königl. Bair. Kämmerer, Aschaffenburg.
4514 GEDENKBLATT. - Franz II. Dt. Kaiser. "Deutschlands Fürsten-Tempel". Gedenkblatt zur Wahl u. Krönung zum Kaiser v. Österreich (Franz. I.) am 14. Juli 1792. Kupferst. in Punktiermanier, in Braun, auf gekreidetem Papier. 1792. Gr.-Fol.
Schätzpreis: (200,- €)
In der Mitte der Fürstentempel mit dem Porträt Franz II. auf e. Sockel, flankiert v. Friedrich Wilhelm II. Kg. v. Preussen u. Georg II. Kg. v. England sowie den 6 Kurfürsten (Porträtmedaillons an den Tempelsäulen). An den Seiten, vor großen Laubbäumen zwei Obelisken mit den Porträts u. Namen der 1. bis 3. Wahlbotschafter der Kurfürsten: Fechenbach, Walderdorf, Oettingen-Baldern, Oberndorff, Schönberg, Sacken, Beulwitz etc. Im Vordergrund allegor. Figuren, rechts eine am Boden liegende Sanduhr. Über allem schwebt das Auge Gottes. Schönes Blatt. - Außerhalb der Darstellung stellenw. angestaubt, unt. leicht wasserfleckig, kl. Schabstellen. Im Bildteil vereinzelt minimaler Bildverlust durch kl. Kratzer bzw. Silberfischfraß. Kl. Randeinriß unten.
4615 84 Porträts, darunter viele Mainzer Gelehrte, Theologen, berühmte Bürger der Stadt. 84 Kupferst. (dabei einige Schabkunstbll.). 17. Jhdt. bis ca. 1810. 8° bis Fol. [...] Beiliegt: 1. "Pinacotheca Moguntina". Hs. Verzeichnis (18 Bll.) Ende 18. Jhdts. e. Portr.-Sammlung (aber nicht dieser) mit teils detaillierter Beschreibung der Portr. sowie 2 spätere Verz. v. versch. Händen.
2085 Nibelungen Noth, Der. Bearb. v. G. Pfizer. Stgt. u. Tüb., Cotta, 1843. 4°. 4 Bll. inkl. Holzst.-Tit., 428 SS., 1 (st. 2) Bl., mit viel. (9 ganzs.) Holzst. nach E. Neureuther u. J. Schnorr v. Carolsfeld. Rot Hmaroquin mit Rücken- u. Stehkantenverg., Deckelfil., reicher Deckelblindpräg., eingelegtem umkränztem Widmungsfeld auf d. Vorderdeckel, weiß Rsch., Goldschn.
Schätzpreis: (100,- €)
Rümann 1449. - Wie meist ohne das bei Rümann angegebene Anzeigenbl. am Schluß. Etwas braunfl., Tit. stärker, vereinzelte Wasserfl. Alle Holzschn. mit einem rosa Seidenpapier versehen. In einen aufwendigen Widmungseinbd. gebunden: in der Mitte des Vorderdeckels ein blaues Oval, v. einem auf Pappe aufgelegten Laub- u. Blütenkranz aus Papier umgeben, mit folgender Inschrift: "Seinem Wohltäter / Herrn Fr. Frhn. v. Fechenbach / Herr der Herrschaften Sommerau / aus Dankbarkeit gewidmet / von / Wilh. Diezfelbinger".
6 Notitia de Seditione Rusticorum Anno MDXXV. Lat. u. deutsche Handschrift auf Papier. Ca. 1730. 1 Bl., 159 num. SS., 29 Bll. 200 : 160 mm. Ldr. d. Zt.
Schätzpreis: (300,- €)
S.1: Ex Tomo XIX. Annalium Ecclesiasticorum Abrahami B Zovij. S.7: Die Zwölf Articul der Bawerschaft Jn der Uffruhr Anno 1525. Palmarum. Es folgen ausführliche Nachrichten über den Bauernkrieg in Unterfranken und Hessen (Amorbach, Erbach, Miltenberg, Aschaffenburg etc.). - Aus Besitz der Frh. v. Fechenbach mit deren eingeklebtem Wappen im Vorderdeckel. Einband stärker berieben, Kapitale defekt.
50 Regensburg. - - Von der Statt Regenspurg. Deutsche Handschrift auf Papier. Anfang des 17. Jhdts. 215 : 168 mm. Pp. d. Zt.
Schätzpreis: (300,- €)
Sehr sorgfältig und gut leserlich geschriebene Chronik. Nach kurzer Erwähnung der Frühzeit, Bau der steinernen Bücke etc., beginnt eine detailliertere Schilderung der Ereignisse mit Beginn des 16. Jhdts. Breiten Raum nimmt die Religion ein. Mit 1609 schließt die Handschrift. - Auf dem ersten und dem letzten Bl. der eh. Namenszug eines "Bar von Hahn", der vielleicht der Schreiber ist. Bei Beginn des Textes alter Besitzvermerk "J.P.C.A. B(aron) de Fechenbach". Rücken fehlt.
57 Stammbuch. - v. Eyb. - Stammbuch der Marie Josephe Elisabethe von Eyb. Handschrift auf Pergament (18 Bll.) und Papier (18 Bll.). 1694-1700. Ca. 13:19 cm. Mit 36 Wappenmalereien. Ldr. d. Zt. m. Rverg.
Schätzpreis: (2.000,- €)
Das Stammbuch enthält fast ausschließlich Einträge von Angehörigen des Adels: Berlepsch (2), Bernhausen, Castell, Eckartsberg, Eyb (3), Falkenstein, Frankenstein, Freyberg, Fürstenberg, Fugger, Gumppenberg, Haxthausen, Leonrodt, Muggenthal, Prasberg (4), Sandizell, Seinsheim, Stauffenberg, Stein (3), Stüben u.a. Die Malereien, vor allem diejenigen auf Pergament, stammen von einem höchst qualifizierten Wappenmaler. Dazwischen ist ein Blatt von 1802 (Stöcker) eingefügt.
Vorzüglich erhalten. Einband leicht berieben. Ein weisses Bl. am Anfang trägt in Schrift aus dem Anfang des 19. Jahrh. den Namen "Baron de Fechenbach".
493 Werth, Johann von. Biographisches. Deutsche Handschrift auf Papier. O. O. Ca. 1850. 208:175 mm. 82 SS. Rot Pp. d. Zt. mit goldgepr. Fil. u. Eckfleurons, goldgepr. Tit., Goldschn.
Schätzpreis: (80,- €)
Sorgfältige, gleichmäßige Handschrift über das Leben des Generals, am Schluß von anderer Hand eine Widmung "... Seinem Freunde Carl Freiherr von Fechenbach Lieutenant bei Herzog von Leuchtenberg Chevaux-legers No. 6...".