Kulturgut
O. A
Verordnung in deren vereinbarten beiden Spitälern ad St. Catharinam et ad S. Elisabetham.
32,5 x 21 cm. 56 n.n.S. Mod. Hprgt. Deckel mit altem Kleisterpapierbezug.
Deutsche Handschrift auf Papier. Nürnberg - Bamberg ? um 1850. Schriftspiegel ca. 280 : 170 mm.Mit schwarzbrauner Tinte in flüssiger Kursive geschrieben. Enthält auf den ersten 15 Blatt die oben genennte Verordnung durch Friedrich Carl, Bischof von Bamberg und Würzburg vom 29. Januar 1739. Daran, ebenfalls in Abschriften: Brief von A. Schellenberger an den Bischof von Bamberg; " Copia ....Salve Regina betreffend....; Auszüge aus Pfarrbüchern, u.a. Mit einem Exlibris von Freyherrlich von Schrottenberg. Tadellos erhalten.
[Schlagworte: Bamberg; Franken, Handschriften]
Katalog Orts und Landeskunde beim Anbieter Antiquariat Peter Hassold via www.zvab.com
PS: Zur Versteigerung der Adelsbibliothek von Schrottenberg (Bamberg) 2001 bei Reiss siehe
https://www.dhm.de/pipermail/demuseum/2001-September/001812.html
Im ZVAB derzeit auffindaber Exemplare aus dieser Bibliothek:
*Fränkisches Archiv 1790-1791 (ZS)
Exlibris und Stempel der Bibliothek der Frhrn. von Schrottenberg
*Schneidawind, F.A: Versuch einer statistischen Beschreibung des Kaiserlichen Hochstifts Bamberg, Bamberg, Lachmüller,1797
Exlibris Schrottenberg
*Oettinger, J: Warhaffte Historische Beschreibung Der Fürstlichen Hochzeit, und deß Hochansehnlichen Beylagers, So.. Johann Friderich Hertzog zu Würtemberg und Teck.. Mit.. Barbara Sophia Marggrävin zu Brandenburg, in Preussen.. Celebriert und gehalten hat. Stgt., ohne Verlag 1610
Aus der Bibliothek von Schrottenberg
*NEUMANN, Johann Balthasar (1687-1753): Beschreibung Der brennenden Feuer-Bühn, Welche zu höchsten Ehren Der Durchleuchtigsten Fürstin und Frau, Frau Elisabeth, Gebohrnen Erb-Printzessin zu Hungarn und Böheimb, Ertz-Hertzogin zu Oesterreich, Gubernatorin deren Oesterreichischen Niederlanden, Bey Dero erwünschten glücklichsten Ankunfft in der Hochfürstlichen Residenz-Stadt Würtzburg, Auf Gnädigsten Befehl Dess ... Hrn. Christoph Frantz, Bischoffen zu Würtzburg und Hertzogen zu Francken, Ist auffgerichtet [...], Würzburg 1725
Kl. Exlibris der Freyherrlich von Schrottenberg Bibliothek in Bamberg auf dem Kopfsteg links des Titelblatts des vorgebunden dritten Titels.
*Wehrl, Johann Gottlieb: Grundriß einer Geographie des Fürstenthums Bamberg im fränkischen Kreiße, Frankfurt/Leipzig 1795
Im Vorderdeckel eingeklebtes Exlibris mit Wappendarstellung "Freyherrlich von Schrottenberg Bibliothek".
*WILHELMINE VON BAYREUTH: Memoires de Frederique Sophie Wilhelmine, Margrave de Bareith, Braunschweig 1810
Exemplar aus der Freiherrlichen Bibliothek von Schrottenberg
*VON DENEN PALATIIS REGIIS, KAYSERL. PFALTZEN, ODER RESIDENZEN, Köln (rechte: Leipzig) 1766
Mit kleinem Bibliotheksschild der fränkischen Freiherrenfamilie v. Schrottenberg.
*WEBER,G.M.v: Grundsätze des Bambergischen Landrechts, Bamberg/Würzburg 1814
Frisches Exemplar mit handschriftlichem Besitzvermerk und Stempel der fränkischen Adelsfamilie v. Schrottenberg.
Verordnung in deren vereinbarten beiden Spitälern ad St. Catharinam et ad S. Elisabetham.
32,5 x 21 cm. 56 n.n.S. Mod. Hprgt. Deckel mit altem Kleisterpapierbezug.
Deutsche Handschrift auf Papier. Nürnberg - Bamberg ? um 1850. Schriftspiegel ca. 280 : 170 mm.Mit schwarzbrauner Tinte in flüssiger Kursive geschrieben. Enthält auf den ersten 15 Blatt die oben genennte Verordnung durch Friedrich Carl, Bischof von Bamberg und Würzburg vom 29. Januar 1739. Daran, ebenfalls in Abschriften: Brief von A. Schellenberger an den Bischof von Bamberg; " Copia ....Salve Regina betreffend....; Auszüge aus Pfarrbüchern, u.a. Mit einem Exlibris von Freyherrlich von Schrottenberg. Tadellos erhalten.
[Schlagworte: Bamberg; Franken, Handschriften]
Katalog Orts und Landeskunde beim Anbieter Antiquariat Peter Hassold via www.zvab.com
PS: Zur Versteigerung der Adelsbibliothek von Schrottenberg (Bamberg) 2001 bei Reiss siehe
https://www.dhm.de/pipermail/demuseum/2001-September/001812.html
Im ZVAB derzeit auffindaber Exemplare aus dieser Bibliothek:
*Fränkisches Archiv 1790-1791 (ZS)
Exlibris und Stempel der Bibliothek der Frhrn. von Schrottenberg
*Schneidawind, F.A: Versuch einer statistischen Beschreibung des Kaiserlichen Hochstifts Bamberg, Bamberg, Lachmüller,1797
Exlibris Schrottenberg
*Oettinger, J: Warhaffte Historische Beschreibung Der Fürstlichen Hochzeit, und deß Hochansehnlichen Beylagers, So.. Johann Friderich Hertzog zu Würtemberg und Teck.. Mit.. Barbara Sophia Marggrävin zu Brandenburg, in Preussen.. Celebriert und gehalten hat. Stgt., ohne Verlag 1610
Aus der Bibliothek von Schrottenberg
*NEUMANN, Johann Balthasar (1687-1753): Beschreibung Der brennenden Feuer-Bühn, Welche zu höchsten Ehren Der Durchleuchtigsten Fürstin und Frau, Frau Elisabeth, Gebohrnen Erb-Printzessin zu Hungarn und Böheimb, Ertz-Hertzogin zu Oesterreich, Gubernatorin deren Oesterreichischen Niederlanden, Bey Dero erwünschten glücklichsten Ankunfft in der Hochfürstlichen Residenz-Stadt Würtzburg, Auf Gnädigsten Befehl Dess ... Hrn. Christoph Frantz, Bischoffen zu Würtzburg und Hertzogen zu Francken, Ist auffgerichtet [...], Würzburg 1725
Kl. Exlibris der Freyherrlich von Schrottenberg Bibliothek in Bamberg auf dem Kopfsteg links des Titelblatts des vorgebunden dritten Titels.
*Wehrl, Johann Gottlieb: Grundriß einer Geographie des Fürstenthums Bamberg im fränkischen Kreiße, Frankfurt/Leipzig 1795
Im Vorderdeckel eingeklebtes Exlibris mit Wappendarstellung "Freyherrlich von Schrottenberg Bibliothek".
*WILHELMINE VON BAYREUTH: Memoires de Frederique Sophie Wilhelmine, Margrave de Bareith, Braunschweig 1810
Exemplar aus der Freiherrlichen Bibliothek von Schrottenberg
*VON DENEN PALATIIS REGIIS, KAYSERL. PFALTZEN, ODER RESIDENZEN, Köln (rechte: Leipzig) 1766
Mit kleinem Bibliotheksschild der fränkischen Freiherrenfamilie v. Schrottenberg.
*WEBER,G.M.v: Grundsätze des Bambergischen Landrechts, Bamberg/Würzburg 1814
Frisches Exemplar mit handschriftlichem Besitzvermerk und Stempel der fränkischen Adelsfamilie v. Schrottenberg.
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Nachtrag zu https://archiv.twoday.net/stories/931296/
Aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 21.9.2005
Bücher müssen bleiben
Geschäft geplatzt: Bibliothek der Welfen unter Schutz
Von Achim Balkhoff
Es ist amtlich: Die Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen darf nicht ins Ausland verkauft werden. Dies teilte das zuständige hessische Kulturministerium gestern dem Auktionator Clemens Reiss in Königstein mit. Die Sammlung aus 1500 Bänden und 200 Zeichnungen ist jetzt auf der Liste der national wertvollen Kulturgüter eingetragen. Der anonyme „britische Eigentümer“ der Bibliothek soll laut Reiss darauf mit Empörung reagiert haben. Reiss selbst zweifelte gestern den Sinn der für den 25. Oktober anberaumten Auktion an. Er setzt jetzt viel mehr auf eine gütliche Einigung mit der Landesbibliothek. Noch in dieser Woche soll es Gespräche mit Reiss geben, betonte das niedersächsische Kulturministerium gestern.
Die zuletzt hektischen Vorgänge zur Rettung der Bibliothek hätten den Besitzer zunächst befremdet, sagte Reiss, die Nachricht von der Unverkäuflichkeit ins Ausland habe ihn gar fassungslos gestimmt. Kein Wunder – denn sowohl für den Besitzer als auch für den Auktionator ist offenbar ein gutes Geschäft geplatzt. Niemals lasse sich allein auf dem deutschen Markt der angestrebte Erlös von sieben Millionen Euro erzielen, ließ der Eigentümer Reiss ausrichten. Im übrigen zweifele der „britische Staatsbürger“ die Rechtmäßigkeit des Beschlusses an, schließlich befinde sich die Sammlung derzeit im britischen Besitz, nicht in deutschem. Die Möglichkeit, dass dem Beschluss deshalb ein Rechtsstreit folgen könnte, stuft Reiss allerdings als gering ein.
Er bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass die Gerüchte, wonach der Eigentümer Ernst August Prinz von Hannover selbst sei, blanker Unsinn sei. Der Welfe verfügt über einen britischen Pass. Auch ein Mittelsmann des Welfenchefs käme nicht in Betracht.
Der Auktionator setzt nun auf eine Gesamtlösung mit den niedersächsischen Behörden. „Das habe ich im übrigen immer schon gewollt, nur hat sich niemand vorher in Hannover dafür interessiert.“ Die Auslieferung der Kataloge sei bisher nicht erfolgt. Ob er die fertigen Auktionskataloge nun innerhalb Deutschlands verschicke, mache er von den Gesprächen mit den niedersächsischen Behörden abhängig. „Nach diesem ganzen Wirbel bin ich gespannt, was man mir anbieten will.“
Aus der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 21.9.2005
Bücher müssen bleiben
Geschäft geplatzt: Bibliothek der Welfen unter Schutz
Von Achim Balkhoff
Es ist amtlich: Die Königliche Gartenbibliothek Herrenhausen darf nicht ins Ausland verkauft werden. Dies teilte das zuständige hessische Kulturministerium gestern dem Auktionator Clemens Reiss in Königstein mit. Die Sammlung aus 1500 Bänden und 200 Zeichnungen ist jetzt auf der Liste der national wertvollen Kulturgüter eingetragen. Der anonyme „britische Eigentümer“ der Bibliothek soll laut Reiss darauf mit Empörung reagiert haben. Reiss selbst zweifelte gestern den Sinn der für den 25. Oktober anberaumten Auktion an. Er setzt jetzt viel mehr auf eine gütliche Einigung mit der Landesbibliothek. Noch in dieser Woche soll es Gespräche mit Reiss geben, betonte das niedersächsische Kulturministerium gestern.
Die zuletzt hektischen Vorgänge zur Rettung der Bibliothek hätten den Besitzer zunächst befremdet, sagte Reiss, die Nachricht von der Unverkäuflichkeit ins Ausland habe ihn gar fassungslos gestimmt. Kein Wunder – denn sowohl für den Besitzer als auch für den Auktionator ist offenbar ein gutes Geschäft geplatzt. Niemals lasse sich allein auf dem deutschen Markt der angestrebte Erlös von sieben Millionen Euro erzielen, ließ der Eigentümer Reiss ausrichten. Im übrigen zweifele der „britische Staatsbürger“ die Rechtmäßigkeit des Beschlusses an, schließlich befinde sich die Sammlung derzeit im britischen Besitz, nicht in deutschem. Die Möglichkeit, dass dem Beschluss deshalb ein Rechtsstreit folgen könnte, stuft Reiss allerdings als gering ein.
Er bekräftigte in diesem Zusammenhang, dass die Gerüchte, wonach der Eigentümer Ernst August Prinz von Hannover selbst sei, blanker Unsinn sei. Der Welfe verfügt über einen britischen Pass. Auch ein Mittelsmann des Welfenchefs käme nicht in Betracht.
Der Auktionator setzt nun auf eine Gesamtlösung mit den niedersächsischen Behörden. „Das habe ich im übrigen immer schon gewollt, nur hat sich niemand vorher in Hannover dafür interessiert.“ Die Auslieferung der Kataloge sei bisher nicht erfolgt. Ob er die fertigen Auktionskataloge nun innerhalb Deutschlands verschicke, mache er von den Gesprächen mit den niedersächsischen Behörden abhängig. „Nach diesem ganzen Wirbel bin ich gespannt, was man mir anbieten will.“
Warum die Zerschlagung einer einzigartigen historischen Quelle für die Gartenkultur kein Fall für den Denkmalschutz ist, soll mir bitte mal jemand erklären.
https://log.netbib.de/archives/2005/08/28/wieder-etwas-zum-kotzen-verscherbelung-der-welfischen-gartenbibliothek-bei-reiss/
Die im Eigentum der Welfen befindlichen und bei Reiss im Oktober zur Versteigerung kommenden Unterlagen - gemeint sind die 51 Manuskripte - zum königlich hannoverschen Garten in Herrenhausen stellen klar einen Teil des historischen Hausarchivs dar und müssten gegen die Verstreuung geschützt werden. Auch wenn es sich um welfisches Privateigentum handelt und nicht um staatliches Archivgut (ohne dass ich Einblick in die Rechtsverhältnisse hinsichtlich der welfischen Archive hätte), so sind die Handschriften
unersetzliche Quellen zur Geschichte Hannovers und des Welfenhauses, die von einem öffentlichen Archiv dokumentiert werden müssten.
Gleiches gilt natürlich für die bis dato unerforschte Arbeitsbibliothek des Gartens, die handschriftliche annotierte Exemplare enthält.
Beispiele aus dem Auktionskatalog, der bereits online ist:
Nr. 46
"Wendland, H. L. - Briefe. - Umfangreiche Sammlung von Briefen an Heinrich Ludolph Wendland als Garteninspektor in Herrenhausen, meist in handschriftlicher Kopie. 2 Bde. Ca. 1840-60. 4to (Blattgr. meist ca. 330:205 mm). Von mehreren Händen mit braunen u. schwarzen Tinten in Kanzleikursiven geschrieben. Lose in Umschlägen d. Zt. u. zwischen Pappdeckel mit Schließbändern gelegt; berieben, Bezug eines Deckels defekt u. mit Siegelresten.
Kanzleikopien von vielen hundert Briefen, jeweils in Papierumschlägen zu Themenbereichen zusammengefaßt: Ananas, Bibliothek u. Herbarium, Fischerei, Gewächshäuser, Küchengärtnerei, Medizin u. Arzt, Orangerie, Reisen, Tagelohn, Uniform etc. Die Briefe ergeben so ein umfassendes Bild des gewaltigen Aufwandes, den die Unterhaltung und Pflege der königlichen Gärten in der Mitte des 19. Jahrhunderts erforderte. - Teilw. mit leichten Lagerspuren, überwiegend jedoch gut erhalten."
Nr. 16
Kassenbücher. - "Parc, Orangerie et Jardin des Plantes de Herrenhausen" (Deckeltitel). Französische und deutsche Handschrift auf Papier. Herrenhausen 1813-28. Fol. (Blattgr. 316:198 mm). Von mehreren Händen geführt. 67 Bll. (davon 4 leer). Pp. d. Zt. mit hs. Deckelsch.; berieben u. etwas fleckig.
Kassenbuch des Parks, der Orangerie und des Gartens von Herrenhausen, verzeichnet die Verkäufe von Obst, Gemüse, Pflanzen, Holz etc. unter Angabe ihrer Empfänger (Postmeister Corsica in Osnabrück, Regierungsrat Kriegfer in Schwerin, Graf Stolberg in Söder, Hofmarschall von Wangenheim etc.). "Le présent registre contenant y compris celui-ci a été coté et paraphé par nous Inspecteur de l'arrondissement de Hanovre pour servir à l'enregistrement des plantes, fruits et légumes vendu au parc, à l'Orangerie et au Jardin des plantes de Herrenhausen pendant les epercices" (Eintrag auf Bl. 1 recto, datiert 1. Juli 1813 und unterzeichnet mit "Lacombe"). - Teilw. leicht stockfl., 1 leeres Bl. gelockert, wohl 1 weiteres entfernt.
Nr. 31
Pomologie. "Abbildung und Beschreibung der Aepfel, (Birne, Pfirschen [!]), welche in der Königl. Obstbaum-Plantage zu Herrnhausen gezogen werden" (Deckeltitel). Sammlung von 170 Gouachen auf graugestrichenem Papier. 3 Bde. Um 1800-1825. Gr.-fol. (Blattgr. 480:340 mm, Darstellung 242:185 mm). Lose in Pp.-Mappen d. Zt. mit Deckelschildern u. Schließbändern; gering bestoßen.
Einzigartige Sammlung von überaus qualitätvollen Arbeiten, sowohl in ihrer künstlerischen Ausführung als auch in der wissenschaftlichen Genauigkeit auf höchstem Niveau. Jedes Blatt zeigt eine ganze Frucht in ihrer natürlichen Größe, einige Darstellungen mit zwei Früchten, vereinzelt auch mit Laub. Durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erreicht der Künstler eine frappierende dreidimensionale Wirkung, die die Natürlichkeit der Darstellungen noch erhöht. Jede der Gouachen ist auf einen Doppelbogen von feinem Büttenpapier aufgelegt und von einem Rahmen aus farbigen und goldenen Leisten eingefaßt.
Enthält je Band Äpfel (87 Bll.), Birnen (71 Bll.) sowie Pfirsiche und Aprikosen (12 Bll.). Wohl alle Früchte waren ursprünglich unterhalb der Darstellung bezeichnet, diese Namen wurden jedoch (vermutlich vom Künstler selbst) übermalt; die "Nahmen derer nach der Natur gemahlten Baum-Früchte" finden sich auf beiliegenden handschriftlichen Inhaltsverzeichnissen, die vermutlich von H. L. Wendland angefertigt wurden. Dargestellt wird eine Fülle von seltenen und vielfach heute kaum noch bekannten Sorten, darunter Ananasapfel, Borstapfel, Breitling, Pigeon, Pipping, Russischer Eisapfel, Seidenhemdchen, Stettiner, Zimtapfel; Ambrette, Bergamotte, Muskatellerbirne, Rosmarinbirne, Sackpfeife, Zuckerbirne; Apricos d'Orange, Bellegarde, Chevreuse, Nußpfirsich u.v.m.
In einem beiliegenden Brief an "Herrn Plantagenmeister" (Wendland), datiert Hannover, 14. Okt. (18)33 wird eine hier nicht vorliegende "Abbildung der Pflaumen" angekündigt. Der Brief ist mit "Fr. Molters" unterzeichnet, ob es sich hierbei auch um Schöpfer der hier vorliegenden Blätter handelt, muß unentschieden bleiben. Das hs. Inhaltsverzeichnis stimmt nicht vollständig mit dem Tafelbestand überein; es sind 27 nicht beschriebene Gouachen mit Äpfeln, Birnen u. Pfirsichen vorhanden, während einige dort genannte Tafeln mit Pflaumen u. Kirschen nicht enthalten sind. - Wenige unbedeutende Alters- und Lagerspuren, insgesamt jedoch hervorragend erhalten.
Nr. 50
Wendland, J. C. & H. L. (Botanische Notizen zu den Pflanzen in den Herrenhäuser Gärten). Handschrift auf Papier. 9 Bde. (Herrenhausen) 1. Hälfte 19. Jh. Kl.-4to. Von zwei Händen mit braunen u. schwarzen Tinten in sauberen Kursiven geschrieben. Zus. ca. 1500 Bll. Lose in Hldr.-Mappen (3 zusätzl. in Pp.-Schuber) d. Zt.; berieben, Rücken teilw. defekt.
Äußerst umfangreiches, von den beiden Herrenhäuser Garteninspektoren Johann Christoph und Heinrich Ludolph Wendland über mehrere Jahre geführtes Verzeichnis. Enthält zu jeder aufgeführten Spezies meist je ein Blatt mit knappen botanischen Notizen und Literaturhinweisen. - Vereinzelt gering stockfl. oder angestaubt. Insgesamt sehr gut erhalten.
Nr. 1
Accessions-Journal über die für die Königliche Gartenbibliothek in Herrenhausen... angeschafften Bücher. Deutsche Handschrift auf Papier. 1857-1913. Fol. Von verschiedenen Händen geführt. 62 beschriebene Bll., zahlr. weitere leer. Hldr. d. Zt. mit hs. Deckelsch. "Bibliothek"; berieben.
Verzeichnet die bei verschiedenen Verlagen angekauften Bücher mit Preisen, in den früheren Jahren auch die Buchbinderkosten. - 19 Bll. lose, diese teilw. mit Randläsuren.
Man könnte diese Auflistung lange fortsetzen. Wenn solches Archivgut in Deutschland durch Einzelverkauf auseinandergerissen werden darf, müssen sich die Archivare fragen lassen, ob sie ihre Prioritäten nicht falsch setzen.
https://log.netbib.de/archives/2005/08/28/wieder-etwas-zum-kotzen-verscherbelung-der-welfischen-gartenbibliothek-bei-reiss/
Die im Eigentum der Welfen befindlichen und bei Reiss im Oktober zur Versteigerung kommenden Unterlagen - gemeint sind die 51 Manuskripte - zum königlich hannoverschen Garten in Herrenhausen stellen klar einen Teil des historischen Hausarchivs dar und müssten gegen die Verstreuung geschützt werden. Auch wenn es sich um welfisches Privateigentum handelt und nicht um staatliches Archivgut (ohne dass ich Einblick in die Rechtsverhältnisse hinsichtlich der welfischen Archive hätte), so sind die Handschriften
unersetzliche Quellen zur Geschichte Hannovers und des Welfenhauses, die von einem öffentlichen Archiv dokumentiert werden müssten.
Gleiches gilt natürlich für die bis dato unerforschte Arbeitsbibliothek des Gartens, die handschriftliche annotierte Exemplare enthält.
Beispiele aus dem Auktionskatalog, der bereits online ist:
Nr. 46
"Wendland, H. L. - Briefe. - Umfangreiche Sammlung von Briefen an Heinrich Ludolph Wendland als Garteninspektor in Herrenhausen, meist in handschriftlicher Kopie. 2 Bde. Ca. 1840-60. 4to (Blattgr. meist ca. 330:205 mm). Von mehreren Händen mit braunen u. schwarzen Tinten in Kanzleikursiven geschrieben. Lose in Umschlägen d. Zt. u. zwischen Pappdeckel mit Schließbändern gelegt; berieben, Bezug eines Deckels defekt u. mit Siegelresten.
Kanzleikopien von vielen hundert Briefen, jeweils in Papierumschlägen zu Themenbereichen zusammengefaßt: Ananas, Bibliothek u. Herbarium, Fischerei, Gewächshäuser, Küchengärtnerei, Medizin u. Arzt, Orangerie, Reisen, Tagelohn, Uniform etc. Die Briefe ergeben so ein umfassendes Bild des gewaltigen Aufwandes, den die Unterhaltung und Pflege der königlichen Gärten in der Mitte des 19. Jahrhunderts erforderte. - Teilw. mit leichten Lagerspuren, überwiegend jedoch gut erhalten."
Nr. 16
Kassenbücher. - "Parc, Orangerie et Jardin des Plantes de Herrenhausen" (Deckeltitel). Französische und deutsche Handschrift auf Papier. Herrenhausen 1813-28. Fol. (Blattgr. 316:198 mm). Von mehreren Händen geführt. 67 Bll. (davon 4 leer). Pp. d. Zt. mit hs. Deckelsch.; berieben u. etwas fleckig.
Kassenbuch des Parks, der Orangerie und des Gartens von Herrenhausen, verzeichnet die Verkäufe von Obst, Gemüse, Pflanzen, Holz etc. unter Angabe ihrer Empfänger (Postmeister Corsica in Osnabrück, Regierungsrat Kriegfer in Schwerin, Graf Stolberg in Söder, Hofmarschall von Wangenheim etc.). "Le présent registre contenant y compris celui-ci a été coté et paraphé par nous Inspecteur de l'arrondissement de Hanovre pour servir à l'enregistrement des plantes, fruits et légumes vendu au parc, à l'Orangerie et au Jardin des plantes de Herrenhausen pendant les epercices" (Eintrag auf Bl. 1 recto, datiert 1. Juli 1813 und unterzeichnet mit "Lacombe"). - Teilw. leicht stockfl., 1 leeres Bl. gelockert, wohl 1 weiteres entfernt.
Nr. 31
Pomologie. "Abbildung und Beschreibung der Aepfel, (Birne, Pfirschen [!]), welche in der Königl. Obstbaum-Plantage zu Herrnhausen gezogen werden" (Deckeltitel). Sammlung von 170 Gouachen auf graugestrichenem Papier. 3 Bde. Um 1800-1825. Gr.-fol. (Blattgr. 480:340 mm, Darstellung 242:185 mm). Lose in Pp.-Mappen d. Zt. mit Deckelschildern u. Schließbändern; gering bestoßen.
Einzigartige Sammlung von überaus qualitätvollen Arbeiten, sowohl in ihrer künstlerischen Ausführung als auch in der wissenschaftlichen Genauigkeit auf höchstem Niveau. Jedes Blatt zeigt eine ganze Frucht in ihrer natürlichen Größe, einige Darstellungen mit zwei Früchten, vereinzelt auch mit Laub. Durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten erreicht der Künstler eine frappierende dreidimensionale Wirkung, die die Natürlichkeit der Darstellungen noch erhöht. Jede der Gouachen ist auf einen Doppelbogen von feinem Büttenpapier aufgelegt und von einem Rahmen aus farbigen und goldenen Leisten eingefaßt.
Enthält je Band Äpfel (87 Bll.), Birnen (71 Bll.) sowie Pfirsiche und Aprikosen (12 Bll.). Wohl alle Früchte waren ursprünglich unterhalb der Darstellung bezeichnet, diese Namen wurden jedoch (vermutlich vom Künstler selbst) übermalt; die "Nahmen derer nach der Natur gemahlten Baum-Früchte" finden sich auf beiliegenden handschriftlichen Inhaltsverzeichnissen, die vermutlich von H. L. Wendland angefertigt wurden. Dargestellt wird eine Fülle von seltenen und vielfach heute kaum noch bekannten Sorten, darunter Ananasapfel, Borstapfel, Breitling, Pigeon, Pipping, Russischer Eisapfel, Seidenhemdchen, Stettiner, Zimtapfel; Ambrette, Bergamotte, Muskatellerbirne, Rosmarinbirne, Sackpfeife, Zuckerbirne; Apricos d'Orange, Bellegarde, Chevreuse, Nußpfirsich u.v.m.
In einem beiliegenden Brief an "Herrn Plantagenmeister" (Wendland), datiert Hannover, 14. Okt. (18)33 wird eine hier nicht vorliegende "Abbildung der Pflaumen" angekündigt. Der Brief ist mit "Fr. Molters" unterzeichnet, ob es sich hierbei auch um Schöpfer der hier vorliegenden Blätter handelt, muß unentschieden bleiben. Das hs. Inhaltsverzeichnis stimmt nicht vollständig mit dem Tafelbestand überein; es sind 27 nicht beschriebene Gouachen mit Äpfeln, Birnen u. Pfirsichen vorhanden, während einige dort genannte Tafeln mit Pflaumen u. Kirschen nicht enthalten sind. - Wenige unbedeutende Alters- und Lagerspuren, insgesamt jedoch hervorragend erhalten.
Nr. 50
Wendland, J. C. & H. L. (Botanische Notizen zu den Pflanzen in den Herrenhäuser Gärten). Handschrift auf Papier. 9 Bde. (Herrenhausen) 1. Hälfte 19. Jh. Kl.-4to. Von zwei Händen mit braunen u. schwarzen Tinten in sauberen Kursiven geschrieben. Zus. ca. 1500 Bll. Lose in Hldr.-Mappen (3 zusätzl. in Pp.-Schuber) d. Zt.; berieben, Rücken teilw. defekt.
Äußerst umfangreiches, von den beiden Herrenhäuser Garteninspektoren Johann Christoph und Heinrich Ludolph Wendland über mehrere Jahre geführtes Verzeichnis. Enthält zu jeder aufgeführten Spezies meist je ein Blatt mit knappen botanischen Notizen und Literaturhinweisen. - Vereinzelt gering stockfl. oder angestaubt. Insgesamt sehr gut erhalten.
Nr. 1
Accessions-Journal über die für die Königliche Gartenbibliothek in Herrenhausen... angeschafften Bücher. Deutsche Handschrift auf Papier. 1857-1913. Fol. Von verschiedenen Händen geführt. 62 beschriebene Bll., zahlr. weitere leer. Hldr. d. Zt. mit hs. Deckelsch. "Bibliothek"; berieben.
Verzeichnet die bei verschiedenen Verlagen angekauften Bücher mit Preisen, in den früheren Jahren auch die Buchbinderkosten. - 19 Bll. lose, diese teilw. mit Randläsuren.
Man könnte diese Auflistung lange fortsetzen. Wenn solches Archivgut in Deutschland durch Einzelverkauf auseinandergerissen werden darf, müssen sich die Archivare fragen lassen, ob sie ihre Prioritäten nicht falsch setzen.
Der folgende Band enthält auch einen archivwissenschaftlichen Beitrag:
Provenienzforschung und ihre Probleme. Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 29 (2004) Heft 1/2. Inhalt: A. Schlechter, T. Stäcker, Auf den Spuren der Bücher – Provenienzforschung und ihre Probleme. Einleitung - J.M.M. Hermans, Ex origine lux: Besitz- und Benutzerangaben als Schlüssel zum Verständnis von Handschrift und Frühdruck - J. Leonhardt, Gedruckte humanistische Kolleghefte als Quelle für Buch- und Bildungsgeschichte - P. Needham, The Late Use of Incunables and the Paths of Book Survival - C. Coppens, Provenances: Files & profiles
S. Knackmuß, Ein preußischer helluo librorum des 17. Jahrhunderts und seine animadversiunculae: eine bibliotheksgeschichtliche Entdeckung in den Sammlungen des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster - B. Wagner, Von Adam bis Zwykopf. Die Inkunabelsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek und ihre Provenienzen - J. Weber, Thesaurus der Provenienzbegriffe. Konzeption und Anwendung - J. Moetsch, Das Provenienzprinzip im Archiv - J. Bendt, Provenienzen und Profile. Aspekte bestands- und exemplarspezifischer Erschließung im Deutschen Literaturarchiv. -
A. Schlechter, Jüngere pfalzgräfliche Bestände aus den Neuburger, Düsseldorfer und Mannheimer Hofbibliotheken in Heidelberg.
Provenienzforschung und ihre Probleme. Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte 29 (2004) Heft 1/2. Inhalt: A. Schlechter, T. Stäcker, Auf den Spuren der Bücher – Provenienzforschung und ihre Probleme. Einleitung - J.M.M. Hermans, Ex origine lux: Besitz- und Benutzerangaben als Schlüssel zum Verständnis von Handschrift und Frühdruck - J. Leonhardt, Gedruckte humanistische Kolleghefte als Quelle für Buch- und Bildungsgeschichte - P. Needham, The Late Use of Incunables and the Paths of Book Survival - C. Coppens, Provenances: Files & profiles
S. Knackmuß, Ein preußischer helluo librorum des 17. Jahrhunderts und seine animadversiunculae: eine bibliotheksgeschichtliche Entdeckung in den Sammlungen des Berlinischen Gymnasiums zum Grauen Kloster - B. Wagner, Von Adam bis Zwykopf. Die Inkunabelsammlung der Bayerischen Staatsbibliothek und ihre Provenienzen - J. Weber, Thesaurus der Provenienzbegriffe. Konzeption und Anwendung - J. Moetsch, Das Provenienzprinzip im Archiv - J. Bendt, Provenienzen und Profile. Aspekte bestands- und exemplarspezifischer Erschließung im Deutschen Literaturarchiv. -
A. Schlechter, Jüngere pfalzgräfliche Bestände aus den Neuburger, Düsseldorfer und Mannheimer Hofbibliotheken in Heidelberg.
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https://www.netecho.info/schlagzeilen/rubrik.asp?a=%7B4F68469E-8A25-47F2-A2D3-79C04B1F2107%7D
Die RWTH Aachen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Stiftung Schloss und Park Benrath sowie die Stiftung Schloss Dyck gründeten jetzt das Internationale Institut für Gartenkunst und Landschaftskultur.
Zu Schloss Dyck
https://www.stiftung-schloss-dyck.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Dyck
Erfreulicherweise können im Rahmen des Eintritts (6 Euro Tagesticket) die historischen Räume wieder besichtigt werden.
In einem Raum im Erdgeschoss wird auf den Aufbau einer gartenkundlichen Bibliothek hingewiesen, aber in den Schränken stehen offenbar hastig zusammengekaufte Flohmarktbücher.
Wir erinnern uns:
https://dtm.bbaw.de/HSA/HandschriftenlisteD.html
Dyck, Schloßbibliothek
o Die ›Fürstliche Bibliothek Schloß Dyck‹, Stammsitz des Hauses Salm-Reifferscheidt-Dyck wurde in zwei Teilen 1992 und 1993 bei Venator & Hanstein versteigert. Die Auktion fand wegen der darin enthaltenen Sammlung des bedeutenden Botanikers Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck international starke Beachtung.
+ Vgl. dazu die Versteigerungskataloge von Venator & Hanstein:
+ 66. Bibliothek Schloß Dyck. Versteigerung am 14. & 15. September 1992. 2546 Katalognummern.
+ 67. Der fürstlichen Schloßbibliothek II. Teil. Versteigerung vom 24. bis 27. März 1993. 4577 Katalognummern.
o Über den Verbleib der im HSA beschriebenen Stücke ist zur Zeit nichts bekannt.
Dyck, Schloßbibliothek, o. Sign. [a]
Dyck, Schloßbibliothek, o. Sign. [b]
Dyck, Schloßbibliothek, Varia und Curiosa 40
https://www.geschichte.uni-freiburg.de/mertens/graf/privbib.htm
Schlichtweg als "Katastrophe" bezeichnete mir gegenüber ein engagierter Bibliothekar die 1992/93 bei Venator & Hanstein in Köln erfolgte Versteigerung der gräflichen Bibliothek Salm-Reifferscheid in Schloß Dyck bei Düsseldorf. Die rund 16000 Bände umfassende Schloßbibliothek war, wie es in einem Ausstellungskatalog vom Oktober 1994 heißt, "gleichzeitig Haus-, Hof- und Staatsbibliothek und zugleich eine der letzten großen privaten Universalbibliotheken". Besonderen Rang erhielt sie nicht zuletzt durch den berühmten Botaniker des Hauses, Fürst Joseph (1773-1861). Den wissenschaftlichen Wert der Büchersammlung illustriert auch das Faktum, daß eine Monographie zur Adelserziehung am Ende des Ancien R�gime (H. Wunderlich 1984) in den Beständen von Schloß Dyck eine ergiebige Materialgrundlage vorgefunden hatte.
Der Kulturdezernent des Kreises Neuss hatte die Erwerbung der gesamten Schloßbibliothek für den Betrag von 900000 DM mit den Erben bereits eingefädelt, doch lehnten die Kreispolitiker dieses überaus günstige Angebot rundweg ab. Ganze zwei Tage blieben dem Land und der Universitätsbibliothek Düsseldorf, anderweitig Geldmittel aufzutreiben. Dies gelang angesichts der Kürze der Zeit nicht. Das Resultat der Auktion: die Universitätsbibliothek konnte kein einziges Stück erwerben; der Kreis Neuss steigerte gegen das Land und die Gemeinde Jüchen gegen ihren eigenen Kreis. Ein Zeitungskommentar am 24. September 1992: "Schilda, das Nest, wo ehrsame Bürger dumme Streiche machen, ist überall, diesmal im Kreise Neuss. Und wenn die Verständigungsschwierigkeiten rheinischer Institutionen nicht zum Heulen wären, dann könnten wir nur lachen über das, was ein handfester Skandal ist. (...) Die 900000 Mark wären durchaus zusammenzutragen gewesen, hätten die regionalen Ämter nur nicht jedes sein eigenes Süppchen kochen wollen."
Die RWTH Aachen, die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die Stiftung Schloss und Park Benrath sowie die Stiftung Schloss Dyck gründeten jetzt das Internationale Institut für Gartenkunst und Landschaftskultur.
Zu Schloss Dyck
https://www.stiftung-schloss-dyck.de/
https://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Dyck
Erfreulicherweise können im Rahmen des Eintritts (6 Euro Tagesticket) die historischen Räume wieder besichtigt werden.
In einem Raum im Erdgeschoss wird auf den Aufbau einer gartenkundlichen Bibliothek hingewiesen, aber in den Schränken stehen offenbar hastig zusammengekaufte Flohmarktbücher.
Wir erinnern uns:
https://dtm.bbaw.de/HSA/HandschriftenlisteD.html
Dyck, Schloßbibliothek
o Die ›Fürstliche Bibliothek Schloß Dyck‹, Stammsitz des Hauses Salm-Reifferscheidt-Dyck wurde in zwei Teilen 1992 und 1993 bei Venator & Hanstein versteigert. Die Auktion fand wegen der darin enthaltenen Sammlung des bedeutenden Botanikers Fürst Joseph zu Salm-Reifferscheidt-Dyck international starke Beachtung.
+ Vgl. dazu die Versteigerungskataloge von Venator & Hanstein:
+ 66. Bibliothek Schloß Dyck. Versteigerung am 14. & 15. September 1992. 2546 Katalognummern.
+ 67. Der fürstlichen Schloßbibliothek II. Teil. Versteigerung vom 24. bis 27. März 1993. 4577 Katalognummern.
o Über den Verbleib der im HSA beschriebenen Stücke ist zur Zeit nichts bekannt.
Dyck, Schloßbibliothek, o. Sign. [a]
Dyck, Schloßbibliothek, o. Sign. [b]
Dyck, Schloßbibliothek, Varia und Curiosa 40
https://www.geschichte.uni-freiburg.de/mertens/graf/privbib.htm
Schlichtweg als "Katastrophe" bezeichnete mir gegenüber ein engagierter Bibliothekar die 1992/93 bei Venator & Hanstein in Köln erfolgte Versteigerung der gräflichen Bibliothek Salm-Reifferscheid in Schloß Dyck bei Düsseldorf. Die rund 16000 Bände umfassende Schloßbibliothek war, wie es in einem Ausstellungskatalog vom Oktober 1994 heißt, "gleichzeitig Haus-, Hof- und Staatsbibliothek und zugleich eine der letzten großen privaten Universalbibliotheken". Besonderen Rang erhielt sie nicht zuletzt durch den berühmten Botaniker des Hauses, Fürst Joseph (1773-1861). Den wissenschaftlichen Wert der Büchersammlung illustriert auch das Faktum, daß eine Monographie zur Adelserziehung am Ende des Ancien R�gime (H. Wunderlich 1984) in den Beständen von Schloß Dyck eine ergiebige Materialgrundlage vorgefunden hatte.
Der Kulturdezernent des Kreises Neuss hatte die Erwerbung der gesamten Schloßbibliothek für den Betrag von 900000 DM mit den Erben bereits eingefädelt, doch lehnten die Kreispolitiker dieses überaus günstige Angebot rundweg ab. Ganze zwei Tage blieben dem Land und der Universitätsbibliothek Düsseldorf, anderweitig Geldmittel aufzutreiben. Dies gelang angesichts der Kürze der Zeit nicht. Das Resultat der Auktion: die Universitätsbibliothek konnte kein einziges Stück erwerben; der Kreis Neuss steigerte gegen das Land und die Gemeinde Jüchen gegen ihren eigenen Kreis. Ein Zeitungskommentar am 24. September 1992: "Schilda, das Nest, wo ehrsame Bürger dumme Streiche machen, ist überall, diesmal im Kreise Neuss. Und wenn die Verständigungsschwierigkeiten rheinischer Institutionen nicht zum Heulen wären, dann könnten wir nur lachen über das, was ein handfester Skandal ist. (...) Die 900000 Mark wären durchaus zusammenzutragen gewesen, hätten die regionalen Ämter nur nicht jedes sein eigenes Süppchen kochen wollen."
Wie üblich findet man im Netz vor allem veraltete Fassungen. Die aktuelle Norm findet sich unter
https://www.sadaba.de/GSLT_SDSchG_05.html
Michael Sander macht im Archivar 2005, S. 110 darauf aufmerksam, dass das Landesarchiv für national wertvolle oder landes- oder ortsgeschichtliche bedeutsame (private) Archive die zuständige Landesdenkmalbehörde ist. Dies gilt nicht für die öffentlichen Archive nach dem Saarländischen Archivgesetz.
§ 2
(7) 1Baudenkmäler und unbewegliche Bodendenkmäler sowie Bodendenkmäler nach Absatz 4 Nr.2 sind unmittelbar durch dieses Gesetz geschützt.
2Bewegliche Kulturdenkmäler werden durch Verwaltungsakt unter Schutz gestellt, wenn sie
1.
zum Kulturbereich des Landes besondere Beziehungen aufweisen,
2.
national wertvolles Kulturgut darstellen,
3.
national wertvolle oder landes- oder ortsgeschichtlich bedeutsame Archive darstellen oder wesentliche Teile derselben sind oder
4.
auf Grund internationaler Empfehlungen zu schützen sind
und nicht im Eigentum eines Museums in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft stehen.
Dass nunmehr die wertvollen Privatarchive als Ganzes oder in ihren besonders wertvollen Teilen unter Schutz gestellt werden können (der Entwurf hatte nur die Zimelien vorgesehen), ist ein eindeutiger Fortschritt. Man würde sich auch bei den grossen Flächenstaaten eine solche Norm wünschen!
Nach wie vor darf jeder münsterländische Landjunker sein Archiv auf dem Schlosshof verbrennen, denn weder das Denkmalschutzgesetz noch das Archivgesetz sieht irgendeine gesetzliche Schutzmöglichkeit für privates Archivgut vor. Da das Archivgut auch nicht ausser Landes verbracht wird, liefe auch eine eventuelle Eintragung ins Verzeichnis national wertvoller Archive leer.
https://www.sadaba.de/GSLT_SDSchG_05.html
Michael Sander macht im Archivar 2005, S. 110 darauf aufmerksam, dass das Landesarchiv für national wertvolle oder landes- oder ortsgeschichtliche bedeutsame (private) Archive die zuständige Landesdenkmalbehörde ist. Dies gilt nicht für die öffentlichen Archive nach dem Saarländischen Archivgesetz.
§ 2
(7) 1Baudenkmäler und unbewegliche Bodendenkmäler sowie Bodendenkmäler nach Absatz 4 Nr.2 sind unmittelbar durch dieses Gesetz geschützt.
2Bewegliche Kulturdenkmäler werden durch Verwaltungsakt unter Schutz gestellt, wenn sie
1.
zum Kulturbereich des Landes besondere Beziehungen aufweisen,
2.
national wertvolles Kulturgut darstellen,
3.
national wertvolle oder landes- oder ortsgeschichtlich bedeutsame Archive darstellen oder wesentliche Teile derselben sind oder
4.
auf Grund internationaler Empfehlungen zu schützen sind
und nicht im Eigentum eines Museums in öffentlich-rechtlicher Trägerschaft stehen.
Dass nunmehr die wertvollen Privatarchive als Ganzes oder in ihren besonders wertvollen Teilen unter Schutz gestellt werden können (der Entwurf hatte nur die Zimelien vorgesehen), ist ein eindeutiger Fortschritt. Man würde sich auch bei den grossen Flächenstaaten eine solche Norm wünschen!
Nach wie vor darf jeder münsterländische Landjunker sein Archiv auf dem Schlosshof verbrennen, denn weder das Denkmalschutzgesetz noch das Archivgesetz sieht irgendeine gesetzliche Schutzmöglichkeit für privates Archivgut vor. Da das Archivgut auch nicht ausser Landes verbracht wird, liefe auch eine eventuelle Eintragung ins Verzeichnis national wertvoller Archive leer.
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Dass Archiv und Bibliothek des Fürstenhauses zu Ysenburg und Büdingen im Schloss Büdingen, lange Jahre betreut von dem inzwischen pensionierten Archivar Dr. Klaus Peter Decker, zu den kulturellen Schätzen in hessischem Adelsbesitz gehören, wird niemand bestreiten können.
Dramatische finanzielle Probleme des Fürstenhauses sind seit Jahren in der Region bekannt. Besorgnis muss erregen, dass sich die Lage derzeit anscheinend zuspitzt. Unter den Insolvenzmeldungen der FAZ vom 19.4.2005 war: "Forstbetrieb Fürst zu Ysenburg und Büdingen GbR, Büdingen." Das Fürstenhaus ist der zweitgrößte private Waldbesitzer Hessens (siehe auch FR 20.1.2005).
Ohne grosses Aufsehen hat das Fürstenhaus in den letzten Jahren wertvolles Kulturgut in den privaten Handel gegeben.
Am 26./27.11.2004 wurde vom Auktionshaus Schloss Ahlden ein kostbares Album aus dem Besitz von Alfred Fürst zu Ysenburg/Schloss Büdingen einer deutschen Bibliothek zugeschlagen:
https://www.schloss-ahlden.de/auktion/pdf/NachberichtAuktion.pdf
2004 wurden Münzen versteigert:
https://log.netbib.de/index.php?s=ysenburgische
17 Münzen erwarb das Offenbacher Haus der Geschichte (FR 20.8.2004)
Wie der derzeitige Stand hinsichtlich des 2003 für 300.000 Euro geplanten Ankaufs der für die Altgermanistik wichtigen "Schönrainer Liederhandschrift" (um 1330), die der Fürst an Jörn Günther (Hamburg) verkauft hatte, durch die Kasseler Bibliothek ist, geht aus Internetquellen nicht hervor. Siehe
https://voeb.uibk.ac.at/vm/vm56_34_presseschau.pdf (FR 24.6.2003)
https://www.uni-kassel.de/bib/eulensaal/2003/schoenrainer.html
https://www.uni-marburg.de/hosting/mr/mr14/mr2482.html ("Büdinger Fragmente" ohne Kennzeichnung der verkauften Stücke, die Frieder Schanze, 'Schönrainer Handschrift' ('Büdinger Fragmente'), in ²VL 11 (2004) Sp. 1384-1388 aufführt)
https://docsrv1.digizeitschriften.de/digitools/loader.php?ID=203693
(Crecelius, ZfdA 10, 1856)
Siehe auch
https://www.uni-marburg.de/hosting/census/hssb.html#Buedingen
Die 2003 von Jörn Günther angebotene illuminierte Passionsgeschichte des Johannes von Zazenhausen von 1464
https://www.aedph-old.uni-bayreuth.de/2003/0013.html
stammt tatsächlich aus Büdingen, wie aus der digitalisierten Archivbeschreibung
https://dtm.bbaw.de/HSA/Buedingen_700321040000.html
hervorgeht (dort "Verbleib unbekannt"). Sie wird als Teil des Gesamtarchivs bezeichnet, das unter dem Schutz des Kulturgutschutzgesetz des Bundes steht:
https://www.zoll.de/e0_downloads/a1_vorschriften/a0_gesamtliste_gesetze/schutz_des_kulturgutes_teil_b.pdf
Auf der Seite des Handschriftenarchivs erfährt man, dass nicht weniger als 155 Beschreibungen (von 1905) aus dem Büdinger deutschsprachigen Handschriftenbestand existieren (davon sind 5 über https://www.manuscripta-mediaevalia.de/ als Registereinträge recherchierbar). An gedruckter Literatur verzeichnet der "Kristeller" nur den alten Aufsatz von Crecelius über die Schönrainer Fragmente (s.o.). Büdinger Bruchstücke der Erlösung wurden ebenfalls in einem alten Aufsatz publiziert:
https://www.digizeitschriften.de/dms/resolveppn/?PPN=GDZPPN001671723
Es ist nicht bekannt, ob weitere Stücke verkauft wurden. Ein solcher klandestiner Ausverkauf mag zwar legal sein, ist aber kulturpolitisch alles andere als wünschenswert.
Update
Zu den Büdinger Archivhandschriften siehe nun auch
https://dtm.bbaw.de/HSA/buedingena.html
Dramatische finanzielle Probleme des Fürstenhauses sind seit Jahren in der Region bekannt. Besorgnis muss erregen, dass sich die Lage derzeit anscheinend zuspitzt. Unter den Insolvenzmeldungen der FAZ vom 19.4.2005 war: "Forstbetrieb Fürst zu Ysenburg und Büdingen GbR, Büdingen." Das Fürstenhaus ist der zweitgrößte private Waldbesitzer Hessens (siehe auch FR 20.1.2005).
Ohne grosses Aufsehen hat das Fürstenhaus in den letzten Jahren wertvolles Kulturgut in den privaten Handel gegeben.
Am 26./27.11.2004 wurde vom Auktionshaus Schloss Ahlden ein kostbares Album aus dem Besitz von Alfred Fürst zu Ysenburg/Schloss Büdingen einer deutschen Bibliothek zugeschlagen:
https://www.schloss-ahlden.de/auktion/pdf/NachberichtAuktion.pdf
2004 wurden Münzen versteigert:
https://log.netbib.de/index.php?s=ysenburgische
17 Münzen erwarb das Offenbacher Haus der Geschichte (FR 20.8.2004)
Wie der derzeitige Stand hinsichtlich des 2003 für 300.000 Euro geplanten Ankaufs der für die Altgermanistik wichtigen "Schönrainer Liederhandschrift" (um 1330), die der Fürst an Jörn Günther (Hamburg) verkauft hatte, durch die Kasseler Bibliothek ist, geht aus Internetquellen nicht hervor. Siehe
https://voeb.uibk.ac.at/vm/vm56_34_presseschau.pdf (FR 24.6.2003)
https://www.uni-kassel.de/bib/eulensaal/2003/schoenrainer.html
https://www.uni-marburg.de/hosting/mr/mr14/mr2482.html ("Büdinger Fragmente" ohne Kennzeichnung der verkauften Stücke, die Frieder Schanze, 'Schönrainer Handschrift' ('Büdinger Fragmente'), in ²VL 11 (2004) Sp. 1384-1388 aufführt)
https://docsrv1.digizeitschriften.de/digitools/loader.php?ID=203693
(Crecelius, ZfdA 10, 1856)
Siehe auch
https://www.uni-marburg.de/hosting/census/hssb.html#Buedingen
Die 2003 von Jörn Günther angebotene illuminierte Passionsgeschichte des Johannes von Zazenhausen von 1464
https://www.aedph-old.uni-bayreuth.de/2003/0013.html
stammt tatsächlich aus Büdingen, wie aus der digitalisierten Archivbeschreibung
https://dtm.bbaw.de/HSA/Buedingen_700321040000.html
hervorgeht (dort "Verbleib unbekannt"). Sie wird als Teil des Gesamtarchivs bezeichnet, das unter dem Schutz des Kulturgutschutzgesetz des Bundes steht:
https://www.zoll.de/e0_downloads/a1_vorschriften/a0_gesamtliste_gesetze/schutz_des_kulturgutes_teil_b.pdf
Auf der Seite des Handschriftenarchivs erfährt man, dass nicht weniger als 155 Beschreibungen (von 1905) aus dem Büdinger deutschsprachigen Handschriftenbestand existieren (davon sind 5 über https://www.manuscripta-mediaevalia.de/ als Registereinträge recherchierbar). An gedruckter Literatur verzeichnet der "Kristeller" nur den alten Aufsatz von Crecelius über die Schönrainer Fragmente (s.o.). Büdinger Bruchstücke der Erlösung wurden ebenfalls in einem alten Aufsatz publiziert:
https://www.digizeitschriften.de/dms/resolveppn/?PPN=GDZPPN001671723
Es ist nicht bekannt, ob weitere Stücke verkauft wurden. Ein solcher klandestiner Ausverkauf mag zwar legal sein, ist aber kulturpolitisch alles andere als wünschenswert.
Update
Zu den Büdinger Archivhandschriften siehe nun auch
https://dtm.bbaw.de/HSA/buedingena.html
https://www.hauswedell-nolte.de/cat384/3841200/3841200S.htm
Das Auktionshaus Hauswedell & Nolte lässt sich zum Schillerjahr nichts Besonderes einfallen, nur Business as usual: Ein kleines, literatur- und kulturgeschichtlich aufschlußreiches Schriftgut-Ensemble wird in alle Winde zerstreut. Es geht um einige Schriftstücke der Provenienz Gleichen-Rußwurm (Schloß Greifenstein ob Bonnland, später Baden-Baden).
839 Schiller. - Emilie von Gleichen-Rußwurm (Tochter von Friedrich Schiller, 1804-1872). Eigenh. Manuskript >>Notizen Schiller betreffend<<. [Schloß Greifenstein ob Bolland] 1856-61. 14 Bll., meist beidseitig beschrieben. Zus. 23 Seiten. Quer-Octavo. Pappbd. d. Zt. (gering bestoßen). (148)
Die jüngste Tochter von Friedrich Schiller widmete sich zeitlebens der Pflege des Nachlasses ihres Vaters. Dieser, nach ihrer Hochzeit mit Alexander von Gleichen-Rußwurm, auf dem Familienschloß Greifenstein untergebrachte Schatz wurde von der Familie später dem Goethe-Schiller-Archiv in Weimar gestiftet. [...]
Schätzung/Estimate: EUR 600.-
840 -. Drei handgeschriebene Koch- bzw. Haushaltsbücher von Emilie von Gleichen-Rußwurm, geb. Schiller (1804-1872). Handschriften auf Papier. 1834, 1850 u. o. J. Schmal-Quarto u. Octavo. Pappbde. d. Zt. mit handgeschr. Titelschildern (stärkere Gebrauchsspuren). [...] Dazu: >>Kochbuch von der geliebten Schwieger-Mutter bekommen<< (Deckelvignette, eigenh. von Emilie von Gleichen-Rußwurm). 82 Bll. Octavo. Pappbd. d. Zt. (Gebrauchsspuren). - Das Kochbuch stammt von Henriette Friederike von Gleichen-Rußwurm, geb. Halleben. - Tagebuch auf meiner Reise nach Dresden, über Jena, Naumburg, Leipzig und Meissen. Im Mai 1793. - Tagebuch meiner Reise in die Schweitz, welche ich am 23. Juni 1810 angetreten habe. - 2 Handschr. auf Papier. Lt. Vermerk auf den Innendeckeln ebenfalls von Henriette von Gl.-R.
Schätzung/Estimate: EUR 700.-
841 -. 4 Bücher aus dem Besitz von Emilie von Gleichen-Rußwurm mit deren Besitzvermerken: Journal für deutsche Frauen. Besorgt von Wieland, Rochlitz und Seume. Leipzig, Göschen 1806. Umschlag d. Zt. - Kleine Landschaften. 1stes Heft. C. Hörny. Sammelheft mit 6 Kupferstichen von C. Hörny. Handschr. (eigenh.?) Titelschild. - Sammelbändchen mit 15 kolor. Lithographien mit Rheinansichten. Handschr. Titel >>Erinnerung an die Rheinreise 1821.<<. - Gothaischer genealog. Hof-Kalender auf das Jahr 1839. 76. Jg. Gotha, Perthes [1838]. Mit Kupfern. Orig.-Pappbd. (leicht gebräunt).
Schätzung/Estimate: EUR 100.-
842 -. Gästebuch des Schloßes Greifenstein ob Bonnland. 1891-1938. 136 Bll., davon ca. 120 mit Eintragungen, Zeichnungen u. eingeklebten Photographien sowie zahlr. Beilagen. Kl.-Quarto. Geprägter Schweinslederbd. (leicht berieben). (148)
Die Anfänge des Schlosses reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, nach dem Bauernkrieg wurde das Renaissance-Schloß erbaut u. gelangte Anfang des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Rußwurm, 1527 durch Heirat einer Erbtochter vereint mit der Familie von Gleichen. - Von den zahlr. bedeutenden Familienmitgliedern seien hier nur erwähnt: Wilhelm von Gleichen-Rußwurm (1717-1783, Naturforscher), Heinrich von Gleichen-Rußwurm (Berater der Markgräfin Wilhemine von Bayreuth, welche die in ihrem Auftrag zusammengetragene Sammlung ihrem Bruder Friedrich dem Großen vermachte), Karl Heinrich Freiherr von Gleichen-Rußwurm (Diplomat; dänischer Gesandter in Madrid, Paris und Neapel; 1733 bis 1807). Dieser pflegte, auch künstlerisch tätig, enge Beziehungen zur Familie Friedrich Schillers. Durch die Schwägerin Schillers, Karoline von Wolzogen, wurde diese Freundschaft vertieft, 1828 heiratete Adalbert von Gleichen-Rußwurm Schillers jüngste Tochter Emilie (1804-1872). Diese widmete sich zeitlebens der Pflege des Erbes ihres Vaters u. machte Schloß Greifenstein zu einem Zentrum der Schiller-Forschung. Der Nachlaß Schillers wurde von Alexander von Gleichen-Rußwurm dem Goethe-Schiller-Archiv Weimar geschenkt. - 1938 wurden Schloß u. Dorf Bonnland geräumt, da ein Übungsgelände für die Wehrmacht errichtet wurde. Noch heute wird das Gelände von der Bundeswehr genutzt, das Schloß allerdings ist wieder zu bewundern.
Das Gästebuch entstand 1891, als Alexander von Gleichen-Rußwurm (1865-1947, Schriftsteller, Urenkel Friedrich Schillers) Stammhalter auf Greifenstein war. - Unter den Eintragungen finden sich: Friedrich Karl von Hutten zum Stolzenberg, Anghörige der Familien Freiherr von Seckendorff u. von Hylander, Rudi Stock (Stadtrat Aschaffenburg), Hanns Hubmann (Photograph), Mitglieder der Würzburger Chorvereinigung, Hermann von und zu Egloffstein (Schriftsteller), Julius Maria Becker (Schriftsteller), Schneeli (eventl. Gustav Schneeli, Mäzen u. Gründer des Kunstsammlung Glarus), Johannes Fastenrath (Schriftsteller, 1839-1908). - Zahlr. eingeklebte Photographien zeigen Außenansichten des Schloß u. des Parks, Besucher u. Angehörige der Familie, meist bezeichnet, eventl. von Alexander von Gleichen-Rußwurm oder seiner Ehefrau. - Mehrere eingeklebte Briefe, darunter eigenh. von Max Dauthendey (Würzburg, 2. VII. 1912), Thassilo [von Scheffer], Julius Maria Becker. - Ca. 20, teils blattgr. Zeichnungen u. Karikaturen, da einige dat. 1892 u. monogr. >>FvB<<. - Am Ende einige Texte zur Aufgabe des Schlosses 1938.
Dazu: Gästebuch der Villa Menschikow, Baden-Baden. 1937-1952. 76 Bll., davon 66 mit Eintragungen u. Einklebungen. Kl.-Quarto. Geprägter Kalblederbd. mit Eckbeschlägen.
Nach Aufgabe des Schlosses Greifenstein bewohnte die Familie Alexander von Gleichen-Rußwurms die Villa Menschikow in Baden-Baden. In einem der mondänsten u. weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Kurorte der damaligen Zeit, empfing die kunst- u. literatursinnigen Familie wiederum zahlr. Persönlichkeiten des kulturellen Lebens. - Unter den Eintragungen u. eingeklebten bzw. beigelegten Briefen: Jean Clergue (Dirigent des Pariser Radio-Orchesters) mit Notenzitat, Gerhart Hauptmann, Börries von Münchhausen, Otto Flake, Rudolf Großmann, Elisabeth Beheim-Schwarzbach, Lea Niako (Schauspielerin), Helene Nostitz (u. a. 2 eigenh. Aquarelle), Max Halbe, Prinzessin Luise Sophie von Schleswig-Holstein, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Hans Wildermann, Rudolf Hellwag, Angehörige der Familien von Hardenberg, von Eggeling, von Arnim, von Lengsdorff, von Hutten, von Glasenapp u. v. m. - Nach Kriegsende Eintragungen von Offizieren der französ. Armee, meist in Verehrung der Schiller-Familie u. von Carl J. Burckhardt, Max Selbach, Frank Wedde (der >>Adlerkönig<<), beiliegend 4 maschinengeschr. Briefe von Marie Romain Rolland (Witwe von Romain Rolland) sowie Visitenkarten von Prinzessin Nazlie Halim von Ägypten, Prinz und Prinzessin Karl Biron von Curland, Prinzessin Marie von Baden, Gerhart Hauptmann, Pierre Benoit u. v. a.
Dazu: Photoalbum der Familie Gleichen-Rußwurm. Etwa 1900-1930. Mit ca. 80 eingesteckten Photographien u. einigen Postkarten. - Meist Ansichten von Schloß Greifenberg, Innenräumen (darunter auch Bilder des Schiller-Nachlasses) sowie Angehörigen der Familie.
Schätzung/Estimate: EUR 600.-
Aus der gleichen Provenienz (Einlieferung 148) stammen noch weitere Lose in anderen Sachgruppen der Auktion, so Nr. 177 mit Vermerk >>Ludwig von Gleichen-Rußwurm bekommen zu Weihnachten 1842<<. Ohne Hinweis auf die Provenienz, aber ebenfalls Nr. 148: zwei Bände Insecten-Belustigung aus dem 18. Jahrhundert (Lose 76-77).
Aber auch wenn man sich auf die oben genannten "Autographen" beschränkt: Müsste nicht ein solcher außergewöhnlicher, literaturgeschichtlich bedeutsamer Adels-Nachlaß zusammengehalten und der Forschung zugänglich gemacht werden - etwa in einem Literaturarchiv? Wer ist dafür zuständig? Den Landesgeschichtlern werden die Unterlagen zu privat-literarisch sein, ein Literaturarchiv wird die Kochbücher und die Reisetagebücher nicht wollen, für die Stadt Baden-Baden wäre allenfalls das letzte Los von Belang. Die gedruckten Bücher schliesslich werden auf wenig Interesse stossen. Aber trotzdem ist der enge innere Zusammenhang der Stücke und ihre Verbindung mit dem Leben einer Adelsfamilie von Rang vom Ende des 16. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nicht zu leugnen, ein Kontext, der durch die Auktion aller Wahrscheinlichkeit nach zerstört werden wird. Adelskultur wird einmal mehr zum Opfer allseitiger öffentlicher Unzuständigkeit.
Das Auktionshaus Hauswedell & Nolte lässt sich zum Schillerjahr nichts Besonderes einfallen, nur Business as usual: Ein kleines, literatur- und kulturgeschichtlich aufschlußreiches Schriftgut-Ensemble wird in alle Winde zerstreut. Es geht um einige Schriftstücke der Provenienz Gleichen-Rußwurm (Schloß Greifenstein ob Bonnland, später Baden-Baden).
839 Schiller. - Emilie von Gleichen-Rußwurm (Tochter von Friedrich Schiller, 1804-1872). Eigenh. Manuskript >>Notizen Schiller betreffend<<. [Schloß Greifenstein ob Bolland] 1856-61. 14 Bll., meist beidseitig beschrieben. Zus. 23 Seiten. Quer-Octavo. Pappbd. d. Zt. (gering bestoßen). (148)
Die jüngste Tochter von Friedrich Schiller widmete sich zeitlebens der Pflege des Nachlasses ihres Vaters. Dieser, nach ihrer Hochzeit mit Alexander von Gleichen-Rußwurm, auf dem Familienschloß Greifenstein untergebrachte Schatz wurde von der Familie später dem Goethe-Schiller-Archiv in Weimar gestiftet. [...]
Schätzung/Estimate: EUR 600.-
840 -. Drei handgeschriebene Koch- bzw. Haushaltsbücher von Emilie von Gleichen-Rußwurm, geb. Schiller (1804-1872). Handschriften auf Papier. 1834, 1850 u. o. J. Schmal-Quarto u. Octavo. Pappbde. d. Zt. mit handgeschr. Titelschildern (stärkere Gebrauchsspuren). [...] Dazu: >>Kochbuch von der geliebten Schwieger-Mutter bekommen<< (Deckelvignette, eigenh. von Emilie von Gleichen-Rußwurm). 82 Bll. Octavo. Pappbd. d. Zt. (Gebrauchsspuren). - Das Kochbuch stammt von Henriette Friederike von Gleichen-Rußwurm, geb. Halleben. - Tagebuch auf meiner Reise nach Dresden, über Jena, Naumburg, Leipzig und Meissen. Im Mai 1793. - Tagebuch meiner Reise in die Schweitz, welche ich am 23. Juni 1810 angetreten habe. - 2 Handschr. auf Papier. Lt. Vermerk auf den Innendeckeln ebenfalls von Henriette von Gl.-R.
Schätzung/Estimate: EUR 700.-
841 -. 4 Bücher aus dem Besitz von Emilie von Gleichen-Rußwurm mit deren Besitzvermerken: Journal für deutsche Frauen. Besorgt von Wieland, Rochlitz und Seume. Leipzig, Göschen 1806. Umschlag d. Zt. - Kleine Landschaften. 1stes Heft. C. Hörny. Sammelheft mit 6 Kupferstichen von C. Hörny. Handschr. (eigenh.?) Titelschild. - Sammelbändchen mit 15 kolor. Lithographien mit Rheinansichten. Handschr. Titel >>Erinnerung an die Rheinreise 1821.<<. - Gothaischer genealog. Hof-Kalender auf das Jahr 1839. 76. Jg. Gotha, Perthes [1838]. Mit Kupfern. Orig.-Pappbd. (leicht gebräunt).
Schätzung/Estimate: EUR 100.-
842 -. Gästebuch des Schloßes Greifenstein ob Bonnland. 1891-1938. 136 Bll., davon ca. 120 mit Eintragungen, Zeichnungen u. eingeklebten Photographien sowie zahlr. Beilagen. Kl.-Quarto. Geprägter Schweinslederbd. (leicht berieben). (148)
Die Anfänge des Schlosses reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, nach dem Bauernkrieg wurde das Renaissance-Schloß erbaut u. gelangte Anfang des 16. Jahrhunderts in den Besitz der Familie von Rußwurm, 1527 durch Heirat einer Erbtochter vereint mit der Familie von Gleichen. - Von den zahlr. bedeutenden Familienmitgliedern seien hier nur erwähnt: Wilhelm von Gleichen-Rußwurm (1717-1783, Naturforscher), Heinrich von Gleichen-Rußwurm (Berater der Markgräfin Wilhemine von Bayreuth, welche die in ihrem Auftrag zusammengetragene Sammlung ihrem Bruder Friedrich dem Großen vermachte), Karl Heinrich Freiherr von Gleichen-Rußwurm (Diplomat; dänischer Gesandter in Madrid, Paris und Neapel; 1733 bis 1807). Dieser pflegte, auch künstlerisch tätig, enge Beziehungen zur Familie Friedrich Schillers. Durch die Schwägerin Schillers, Karoline von Wolzogen, wurde diese Freundschaft vertieft, 1828 heiratete Adalbert von Gleichen-Rußwurm Schillers jüngste Tochter Emilie (1804-1872). Diese widmete sich zeitlebens der Pflege des Erbes ihres Vaters u. machte Schloß Greifenstein zu einem Zentrum der Schiller-Forschung. Der Nachlaß Schillers wurde von Alexander von Gleichen-Rußwurm dem Goethe-Schiller-Archiv Weimar geschenkt. - 1938 wurden Schloß u. Dorf Bonnland geräumt, da ein Übungsgelände für die Wehrmacht errichtet wurde. Noch heute wird das Gelände von der Bundeswehr genutzt, das Schloß allerdings ist wieder zu bewundern.
Das Gästebuch entstand 1891, als Alexander von Gleichen-Rußwurm (1865-1947, Schriftsteller, Urenkel Friedrich Schillers) Stammhalter auf Greifenstein war. - Unter den Eintragungen finden sich: Friedrich Karl von Hutten zum Stolzenberg, Anghörige der Familien Freiherr von Seckendorff u. von Hylander, Rudi Stock (Stadtrat Aschaffenburg), Hanns Hubmann (Photograph), Mitglieder der Würzburger Chorvereinigung, Hermann von und zu Egloffstein (Schriftsteller), Julius Maria Becker (Schriftsteller), Schneeli (eventl. Gustav Schneeli, Mäzen u. Gründer des Kunstsammlung Glarus), Johannes Fastenrath (Schriftsteller, 1839-1908). - Zahlr. eingeklebte Photographien zeigen Außenansichten des Schloß u. des Parks, Besucher u. Angehörige der Familie, meist bezeichnet, eventl. von Alexander von Gleichen-Rußwurm oder seiner Ehefrau. - Mehrere eingeklebte Briefe, darunter eigenh. von Max Dauthendey (Würzburg, 2. VII. 1912), Thassilo [von Scheffer], Julius Maria Becker. - Ca. 20, teils blattgr. Zeichnungen u. Karikaturen, da einige dat. 1892 u. monogr. >>FvB<<. - Am Ende einige Texte zur Aufgabe des Schlosses 1938.
Dazu: Gästebuch der Villa Menschikow, Baden-Baden. 1937-1952. 76 Bll., davon 66 mit Eintragungen u. Einklebungen. Kl.-Quarto. Geprägter Kalblederbd. mit Eckbeschlägen.
Nach Aufgabe des Schlosses Greifenstein bewohnte die Familie Alexander von Gleichen-Rußwurms die Villa Menschikow in Baden-Baden. In einem der mondänsten u. weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannten Kurorte der damaligen Zeit, empfing die kunst- u. literatursinnigen Familie wiederum zahlr. Persönlichkeiten des kulturellen Lebens. - Unter den Eintragungen u. eingeklebten bzw. beigelegten Briefen: Jean Clergue (Dirigent des Pariser Radio-Orchesters) mit Notenzitat, Gerhart Hauptmann, Börries von Münchhausen, Otto Flake, Rudolf Großmann, Elisabeth Beheim-Schwarzbach, Lea Niako (Schauspielerin), Helene Nostitz (u. a. 2 eigenh. Aquarelle), Max Halbe, Prinzessin Luise Sophie von Schleswig-Holstein, Prinz Friedrich Leopold von Preußen, Hans Wildermann, Rudolf Hellwag, Angehörige der Familien von Hardenberg, von Eggeling, von Arnim, von Lengsdorff, von Hutten, von Glasenapp u. v. m. - Nach Kriegsende Eintragungen von Offizieren der französ. Armee, meist in Verehrung der Schiller-Familie u. von Carl J. Burckhardt, Max Selbach, Frank Wedde (der >>Adlerkönig<<), beiliegend 4 maschinengeschr. Briefe von Marie Romain Rolland (Witwe von Romain Rolland) sowie Visitenkarten von Prinzessin Nazlie Halim von Ägypten, Prinz und Prinzessin Karl Biron von Curland, Prinzessin Marie von Baden, Gerhart Hauptmann, Pierre Benoit u. v. a.
Dazu: Photoalbum der Familie Gleichen-Rußwurm. Etwa 1900-1930. Mit ca. 80 eingesteckten Photographien u. einigen Postkarten. - Meist Ansichten von Schloß Greifenberg, Innenräumen (darunter auch Bilder des Schiller-Nachlasses) sowie Angehörigen der Familie.
Schätzung/Estimate: EUR 600.-
Aus der gleichen Provenienz (Einlieferung 148) stammen noch weitere Lose in anderen Sachgruppen der Auktion, so Nr. 177 mit Vermerk >>Ludwig von Gleichen-Rußwurm bekommen zu Weihnachten 1842<<. Ohne Hinweis auf die Provenienz, aber ebenfalls Nr. 148: zwei Bände Insecten-Belustigung aus dem 18. Jahrhundert (Lose 76-77).
Aber auch wenn man sich auf die oben genannten "Autographen" beschränkt: Müsste nicht ein solcher außergewöhnlicher, literaturgeschichtlich bedeutsamer Adels-Nachlaß zusammengehalten und der Forschung zugänglich gemacht werden - etwa in einem Literaturarchiv? Wer ist dafür zuständig? Den Landesgeschichtlern werden die Unterlagen zu privat-literarisch sein, ein Literaturarchiv wird die Kochbücher und die Reisetagebücher nicht wollen, für die Stadt Baden-Baden wäre allenfalls das letzte Los von Belang. Die gedruckten Bücher schliesslich werden auf wenig Interesse stossen. Aber trotzdem ist der enge innere Zusammenhang der Stücke und ihre Verbindung mit dem Leben einer Adelsfamilie von Rang vom Ende des 16. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts nicht zu leugnen, ein Kontext, der durch die Auktion aller Wahrscheinlichkeit nach zerstört werden wird. Adelskultur wird einmal mehr zum Opfer allseitiger öffentlicher Unzuständigkeit.
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https://derstandard.at/?url=/?id=2025956
Auch wenn es offiziell noch keine Bestätigung gibt: Der Auszug des alt ehrwürdigen Hofkammerarchivs in der Wiener Johannesgasse scheint fix zu sein. Geplant ist demnach die Übersiedlung in neue Räume in Wien-Erdberg. [...]
Für Kontroversen und mögliche Verzögerungen könnten aber noch Denkmalschutz-Auflagen sorgen. In der "Wiener Zeitung" vom Samstag wird dazu die Wiener Landeskonservatorin Barbara Neubauer zitiert: "Nach dem vom Bundesdenkmalamt ergangenen Bescheid ist eine Veränderung undenkbar. Die vom Bundesdenkmalamt bescheidmäßig festgestellte Unterschutzstellung umfasst das Objekt mit seinem Inhalt."
Demnach sind das noch vorhandene Direktionszimmer Franz Grillparzers mit den Räumlichkeiten des Archivs, den Regalen und den historischen Faszikeln als "untrennbare Einheit" verbunden und geschützt. Das Wiener Hofkammerarchiv wurde bereits 1578 urkundlich erwähnt - unter "alte Kammerregistratur". 1848 erfolgte unter Grillparzers Leitung die Übersiedlung in das eigens konzipierte Haus in der Johannesgasse.
Auch wenn es offiziell noch keine Bestätigung gibt: Der Auszug des alt ehrwürdigen Hofkammerarchivs in der Wiener Johannesgasse scheint fix zu sein. Geplant ist demnach die Übersiedlung in neue Räume in Wien-Erdberg. [...]
Für Kontroversen und mögliche Verzögerungen könnten aber noch Denkmalschutz-Auflagen sorgen. In der "Wiener Zeitung" vom Samstag wird dazu die Wiener Landeskonservatorin Barbara Neubauer zitiert: "Nach dem vom Bundesdenkmalamt ergangenen Bescheid ist eine Veränderung undenkbar. Die vom Bundesdenkmalamt bescheidmäßig festgestellte Unterschutzstellung umfasst das Objekt mit seinem Inhalt."
Demnach sind das noch vorhandene Direktionszimmer Franz Grillparzers mit den Räumlichkeiten des Archivs, den Regalen und den historischen Faszikeln als "untrennbare Einheit" verbunden und geschützt. Das Wiener Hofkammerarchiv wurde bereits 1578 urkundlich erwähnt - unter "alte Kammerregistratur". 1848 erfolgte unter Grillparzers Leitung die Übersiedlung in das eigens konzipierte Haus in der Johannesgasse.
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Das gesamte Lok-Archiv der halleschen Außenstelle
des Deutschen Eisenbahnmuseums ist verschwunden. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung in ihrer
Donnerstagsausgabe. Die Sammlung von historischen Büchern und
Originalpapieren gelte als Sachsen-Anhalts wertvollste Chronik
ostdeutscher Bahn-Geschichte seit 1835. Eine Fahndung der
Denkmalschützer nach dem unersetzlichen Archiv habe bislang keinen
Erfolg gebracht. "Die Spur verläuft sich in den Wirren der
Bahn-Privatisierung“, sagte ein mit dem Fall vertrauter
Denkmalschützer gegenüber der MZ.
Mehr: https://www.presseportal.de/story.htx?nr=653784&ressort=2
des Deutschen Eisenbahnmuseums ist verschwunden. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung in ihrer
Donnerstagsausgabe. Die Sammlung von historischen Büchern und
Originalpapieren gelte als Sachsen-Anhalts wertvollste Chronik
ostdeutscher Bahn-Geschichte seit 1835. Eine Fahndung der
Denkmalschützer nach dem unersetzlichen Archiv habe bislang keinen
Erfolg gebracht. "Die Spur verläuft sich in den Wirren der
Bahn-Privatisierung“, sagte ein mit dem Fall vertrauter
Denkmalschützer gegenüber der MZ.
Mehr: https://www.presseportal.de/story.htx?nr=653784&ressort=2
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