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"Die Rokkenstuben sind für die Erklärungen und Aeusserungen der Liebe nicht so günstig, als diese rauschenden Vergnügungen, und stiften auch bei weitem das Böse nicht, das man ihnen Schuld giebt. Das Landvolk ist durchgängig in den Aeusserungen seiner Liebe scheu und zurükhaltend, und erklärt die Empfindungen seines Herzens nie, wenn es beobachtet wird. Der Tanz entschuldigt manche Freiheit, die in der Rokkenstube äusserst auffallend wäre, und Stoff zu den entehrendsten Dorfssagen darböte. Deßhalb bleibt man hier gewöhnlich bei Scherz und Lachen, oder unterhält sich mit drollichten Einfällen und Erzählungen, die freilich oft nach dem Urtheile des weisern und bessern Menschen in Frivolitäten und Abgeschmakheiten ausarten, und begleitet dann sein Mädchen unter die [138] Thüre ihres Hauses. Zwar werden hier häufig Bekanntschaften angezettelt und genährt; aber welchen Schaden sollte dies der Moralität auf eine unmittelbare Weise bringen? – Ich bin es gewiß, daß die gemischten und zahlreichen Klubbs der Städter für Unschuld und Tugend weit gefährlicher sind, als die Rokkenstuben der Landjugend."

Johann Gottfried Pahl: Ueber die Liebe unter dem Landvolk. In: Die Einsiedlerin aus den Alpen, 3. Band, 8. Heft, 1793, S. 128–153
https://de.wikisource.org/wiki/Ueber_die_Liebe_unter_dem_Landvolk

Ludwig Richter: Der Frühling ist da
 

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